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Donnerstag, 12. Mai 2022

Mähfreier Mai / No Mow May - macht ihr mit?

Der Frühling ist endgültig da, die ersten so richtig frühsommerlich warmen Tage dürfen wir ausgerechnet zu den eigentlich Eisheiligen geniessen. Die Blütenpracht draussen ist wunderschön üppig bunt, die Wiese kräftig grün - und das soll bitte auch so bleiben.

Hoffentlich kommt mein Aufruf für den Mähfreien Mai noch nicht zu spät? Ist heute doch schon der 12.5. und damit gut 1/3 des Monats bereits wieder vorbei...

Unsere Wiese (ehemals Rasen) habe ich schon seit Jahren jeweils erst recht spät im Jahr gemäht. All die schönen Blümchen, die gerade gewachsen sind und den Frühling endgültig bunt leuchten lassen, will ich doch nicht abraspeln, kaum sind sie da! Ganz zu schweigen von den Pflanzen, die noch am wachsen sind und erst die Knospen zum aufblühen bereit machen...

Was gewisse Personen als faul und unordentlich betiteln mögen, hat dieses Jahr einen offiziellen Namen erhalten und ist zu einem allgemeinen Aufruf geworden: Der No Mow May (in England wird im Mai von vielen schon länger aufs Rasenmähen verzichtet) - oder auf Deutsch eben der Mähfreie Mai.

Ziel der Aktion soll einerseits sein, möglichst vielen Tierchen (hauptsächlich Insekten) ihren Lebensraum mit Unterschlupf, Nahrung und allenfalls gar Kinderstube möglichst lange zu erhalten und anderseits auch den blühenden Pflanzen die Möglichkeit zu geben, sich auszusäen und auszubreiten.

Macht ihr mit? Allenfalls lässt sich ja auch ein Kompromiss finden und ihr mäht nur was nötig ist und lasst viele schöne "Blumeninseln" stehen? 


So habe ich es selbst auch gemacht, wobei hier einfach die Verhältnisse umgekehrt sind: die wenigen Stellen, wo (noch) fast ausschliesslich Rasen wächst sowie einen schmalen Weg durch die Wiese haben wir anfangs Woche gemäht. Wenn später im Jahr die Samen der Schlüsselblumen abgereift sind, wird die Stelle gemäht, wenn noch etwas später der wild gewachsene Klee abgeblüht ist, kommt der Mäher dort zum Einsatz, usw. So bleibt auch immer an einigen Stellen hohes Gras stehen, in welchem sich Vögel, Igel, Molche, Weinbergschnecken und viele Insekten gerne verstecken.

An den Stellen in der Wiese, wo wir gemäht haben und wo eigentlich fast keine Blümchen stehen, habe ich vorher alle Gänseblümchen und Günsel-Blütenstände gepflückt, die eben doch da waren - und das waren überraschend viele! Zwei Gänseblümchen-Sträusschen konnte ich zusammenstellen und einen dicken Strauss aus den blauen Günsel-Blumen. Damit ist mir erst so richtig bewusst geworden, wie viele Blumen tatsächlich auch in einer so kleinen Wiese wie hier stehen können. Toll!


 
Macht ihr auch mit beim Mähfreien Mai? Vielleicht sogar schon länger, als es dafür noch gar keinen eigenen Namen und Aufruf gab? Oder lasst ihr wenigstens einige Blumen-Inseln stehen - als Gewinn für die Natur und für Euch?

Bunte Grüsse
Miuh

P.S. mit meinen Blümchen mache ich gerne auch wieder beim Friday Flowerday und beim Freutag mit.


Freitag, 6. Mai 2022

Tulpen - Illusionen

Die Laterne mit dem verspiegelten Boden habe ich neu und war sofort begeistert! Irgendwie sieht sie auch aus wie ein kleines Glashaus für Pflanzen... Was draussen und was drinnen ist spiegelt sich, verbindet sich zu einer Komposition und schnell fühlt man sich herausgefordert: was ist Wirklichkeit, was ist Illusion, was ist Fantasie?

Eigentlich wollte ich die Tulpe in der kleinen Glasvase auf dem Foto scharf einstellen, aber irgendwie ist mir das nicht ganz gelungen...

... der Hintergrund hat sich sozusagen immer wieder in den Vordergrund gedrängt.

Beim Herumspielen, drehen und spiegeln mit den Fotos sind mir weitere Ideen in den Sinn gekommen:

Die Illusionen werden mehr, wenn die Fotos mehrfach zusammengesetzt werden, etwa so:

... oder auch so:

Das Ergebnis hat mir gefallen und ich habe das optische Experiment eine Ebene weiter geführt:


Bereits sieht das Ganze für mich aus, wie Kacheln... Abstrakt irgendwie! - Dabei ist es doch einfach eine gelbe Tulpe in einer Glasvase, welche auf einem geflochtenen Tisch steht und in deren Boden sich der Himmel spiegelt.

Sofort habe ich mich an die wunderschönen Kacheln erinnert, welche in der grossen Sultan Qabos-Moschee in Muscat (Oman) an einigen Aussenwänden angebracht waren:

 Auch diese können kombiniert werden zu immer feineren Mustern...

... und noch feiner:

Dasselbe habe ich mit dem ursprünglichen Tulpen-Foto gemacht: immer abstrakter wird das Bild, immer mehr bleibt nur ein Muster, eine Illusion übrig.

Solche schön gleichmässige Muster wirken enorm beruhigend auf mich - mit den verschiedenen Blautönen sowieso. Kaleidoskop-artig sieht das Ganze mittlerweile aus...

Habt ihr auch schon einmal solche "Basteleien" mit Euren Fotos ausprobiert? Mich reizt es sehr, wieder einmal mit meinen Fotos herumzuspielen und sie zu kachelartigen Mustern zu komponieren.

Zurück zum Anfang: das Ausgangsfoto der gelben Tulpe in der kleinen Glasvase zeige ich gerne auch beim Friday Flowerday sowie beim Freutag...

Liebe Grüsse, Miuh



Samstag, 30. April 2022

Monatscollage April 2022

Beinahe hätte ich die April-Collage vergessen! Dabei ist der April einer meiner Lieblingsmonate und ich renne momentan ständig begeistert mit dem Fotoapparat in den Garten. Die lange ersehnten Blätter an den Bäumen sind da! Noch ganz zart und hellgrün, wunderschön! Einige Regentage haben die Wiese wachsen und vieles aufblühen lassen - einfach bezaubernd! Willkommen in meinem April:


Mein April 2022

Gebloggt

Besonders Anfangs bis Mitte April war ich auf dem Romantischeslandleben-Blog aktiv, währed ich bei den Geheimtippreisen keinen einzigen neuen Beitrag schrieb. Die Natur im Frühling mit all ihren Überraschungen und blühenden Boten hat mich überwältigt, wie man an den entstandenen Beiträgen sieht: 

Der Winter ist zurück im April
Nach dem Aprilschnee
Wundervolle Magnolienblüten 2022
Blüten abreissen und andere Blumen-News
Oster-Deko mit Haselzweigen und weitere Oster-Deko


 

Wetter

Gestartet bin ich gar nicht so frühlingshaft in den April, wie ich Eingangs geschwärmt habe! (man vergisst halt schnell...) Tatsächlich waren die ersten Apriltage von Schnee geprägt, der alle Frühlingsblumen nochmals zugedeckt hat. Schnell hat sich aber die Natur anschliessend wieder erholt und im Frühlingsmodus weitergemacht. Typisch April gab es sonnige und warme Tage, die wir draussen geniessen konnten, aber auch Regenperioden und düstere Wolken. Das Wasser hat den Pflanzen extrem gut getan, vorher war es einfach zu trocken. Die letzten Apriltage sind nun wieder sonnig und laden zum Geniessen ein.


Garten

Im April konnte ich die ersten Radieschen ernten: sobald es etwas wärmer wurde, sind sie wie wild gewachsen. Radieschen säe ich auch immer wieder nach. Ebenfalls wahnsinnig gewachsen ist der Rucola (Rauke): als ich im Spätwinter die letzten verdörrten Stängel (mit wenigen Samen-Hülsen) ins Hochbeet gebrösmelt hatte, hoffte ich auf einige Pflänzchen - nun habe ich sehr, sehr viele Pflanzen - und die ersten Blätter sind auch schon erntebereit. Der Pflücksalat in den Mini-Hochbeeten ist noch etwas klein, aber auch da gibt es bald etwas zu naschen.

Ausserdem habe ich in der Zwischenzeit Randen (Rote Beete), Wurzelpetersilie, Rüebli (Karotten) und verschiedene Kräuter ausgesät - Zucchini, Gurken, mehr Kräuter und manches Andere fehlt mir noch: ich komme einfach nicht hinterher!


Ostern

Wie erhoft konnten wir das Oster-Fest mit der Familie feiern, teilweise bei wunderschönem nur etwas windig-kaltem Wetter auch draussen. Die Zeit habe ich sehr genossen!


Traurig

Immer wieder haben wir auch Igel hier - ich sehe es als Kompliment für den naturnahen Garten, wo über den Winter Laubhaufen neben dem Kompost liegenbleiben, ein Totholz-Haufen steht, eine wilde Hecke wächst und selbstverständlich kein Gift verwendet wird. 

Im März ist ein Igel ins Igelhäuschen gezogen, der wohl in seinem bisherigen Unterschlupf gestört worden war. Der Kleine hat mir jedoch im April immer weniger gefallen, er war zu wenig rund, ass auch das hingestellte Katzenfutter nicht und fing an, tagsüber herumzulaufen. Dabei war er zu wenig scheu und rollte sich nicht ein, als ich näher kam. Nach Ostern wollten wir ihn deshalb zur Untersuchung in eine Igelauffangstation bringen - leider habe ich ihn kurz davor am Morgen tot im Garten gefunden. 


Tulpen

Im Garten haben sich die Tulpen den April hindurch von "nur grün"  über "in voller Pracht" zu "viele schon verblüht, spätere Sorten leuchten noch" entwickelt.

Auch einen Tulpen-Strauss habe ich mir Anfangs April gegönnt - als meine eigenen Tulpen noch nicht ganz so weit waren. Immer wieder habe ich die Blumen fotografiert und auch Makros aufgenommen. Interessant finde ich solche Projekte besonders auch mit nicht mehr ganz perfekten "Models"!


 

Kirschblütenhimmel

Im April hing der Himmel voller Kirschblüten - und voller Zwetschgenblüten, aber das tönt nicht ganz so romantisch...


Blümchen, Blümchen, Blümchen

Überhaupt: Es blühte und blüht im April! In der Zwischenzeit lassen die Apfelblüten am Säulenapfel-Bäumchen auf eine Ernte im Herbst hoffen, überall leuchtet gelb der Löwenzahn und unsere kleine Wiese (welche einmal ein "Rasen" war) ist blau-weiss gesprenkelt. 


Elstern

Nicht nur viele Singvögel, auch einige Elstern flattern durch unseren Garten. Im April haben die Elstern einige Nüsse von mir erhalten. Diese wurden vorsichtig aufgenommen und dann teils in unmittelbarer Nähe versteckt, teilweise auch fliegend woanders hingebracht. Ein lustiges Schauspiel zum Beobachten - und Fotografieren natürlich.


Alles in Allem war der April für mich etwas kühler als erwartet, dennoch hat die Natur alles gegeben und mich mit viel Grün und Bunt erfreut. Auch auf den Mai freue ich mich schon und hoffe, dass dann die "Draussen-Saison" so richtig startet. 

Gerne zeige ich meine April-Collage auch bei die Birgit, welche die Monats-Collagen jeweils sammelt.

Liebe Grüsse, Miuh

Freitag, 8. April 2022

Blüten abreissen und andere Blumen-News

He, he, was soll das! Beim Blick in den Garten sah ich heute, wie jemand Stück für Stück die Blüten meiner Schlüsselblümchen abriss und nebenan ins Gras legte. Schnell noch ein Beweisfoto - na ja, gerade noch knapp sieht man die Blüte im Schnabel... Der Übeltäter ist gemäss meiner Vogel-App ein Grünfink. Irgendwie kann man den kleinen Tieren einfach nicht böse sein, wenn sie beim "Blödsinn machen" noch so süss ausschauen!


Später ging ich nachschauen und tatsächlich: da lagen rundherum abgerupfte Blüten der Schlüsselblumen in der Wiese, auch rosa-farbene, von denen ich sonst schon nur wenige habe. Grrr! Daneben der nun blütenlose Stängel. Was soll das?


Mit googeln habe ich nur etwas dazu gefunden: einen Artikel von 1931/32 mit der Beschreibung desselben Verhaltens von Grünfinken  - Spannend: manches ist eben auch 90 Jahre später noch aktuell.

Den Bericht findet ihr hier:

Ala - schweizerische Gesellschaft für Vogelkunde und Vogelschutz: "Lästige Grünfinken" von Dr. Arnold Masarey

Habt ihr so etwas auch schon beobachtet, oder wisst mehr über dieses Verhalten? Das würde mich interessieren!


Gute Neuigkeiten gibt es sonst aus dem Garten: drei Tage nach der letzten Frostnacht hat sich die Primel mit den erfrorenen Blüten bereits wieder erholt. Wahnsinn, wie regenerationsfähig die Natur immer wieder ist!

 

Auch sonst ist der Frühling nicht aufzuhalten... diese Kombination in Blau liebe ich jedes Jahr wieder!


Und bereits startet auch wieder die Löwenzahn-Zeit! Ich mag die Blumen sehr, auch wenn sie für Andere "Unkraut" sind. Löwenzahn bietet im Frühling zahlreichen Insekten Nahrung. (seht ihr den "Mitfahrer"?)


Auch für uns ist der Löwenzahn essbar: Die zarten, frischen Blätter als Löwenzahnsalat oder aus den Blüten habe ich schon veganen Löwenzahnhonig gekocht... und kurz angebratene Löwenzahnknospen mochte ich ebenfalls sehr!

Bald öffnen sich auch hier im Garten die ersten Tulpen! Vorerst habe ich mir noch einen schönen, gemischten Strauss gekauft. In einer einfachen Vase draussen auf dem Gartenstuhl aus verwittertem Holz gefallen sie mir sehr gut und gerne zeige ich sie so auch beim Friday Flowerday.


Nun bin ich bereits gespannt, was uns die Natur im Frühlling als nächstes Schönes bringt? 

Liebe Grüsse und geniesst die Frühlingszeit
Miuh

P.S. Gerne zeige ich all die Blümchen auch beim Frühlingsglück von Gartenwonne und beim Freutag.

Mittwoch, 6. April 2022

Nach dem Aprilschnee...

Am ersten und zweiten April hat es hier ja nochmals so richtig geschneit - und einen kräftigen Nachtfrost gab es noch bis zum vierten April. Dazwischen jedoch kam teilweise schon die Sonne wieder hervor und hat den meisten Schnee so schnell weggeschmolzen, wie es eben nur im Frühling möglich ist. 

Und wie hat der Garten den Aprilschnee überstanden?

 

So weit ich das bisher überschauen kann, gab es im Garten zum Glück nur wenige Schäden! Einzelne Primel-Blüten sind leider erfroren, sonst aber stehen die (teilweise auch neu gekauften) Frühlingsblüher wieder da, als wären die 10 Zentimeter Schnee auf ihren Köpfen nur ein kurzer, böser Traum gewesen.

 

Erster Schnee am 1.4.  / Schneebedeckt am 2.4. / wieder frei am 4.4.

Bisher scheint es auch, dass es sich gelohnt hat, die Rosen, die Hortensien, einige Kräuter und die Hochbeete für die kälteste Nacht vom 3. auf den 4. April extra noch etwas abzudecken. 

Schäden wie Ende April 2017 und Anfang Mai 2017, als sehr vieles erfror, abgebrochen und niedergedrückt wurde, sind uns dieses Jahr zum Glück erspart geblieben.

 

Und die Magnolienblüten? Da gibt es ein gemischtes Bild - nicht nur Zerstörung, wie das Foto oben vermuten lassen könnte...! Viele Magnolienblüten haben von Frost und Schnee Schäden davongetragen: erfrorene und braune Stellen gibt es überall und die Blütenblätter werden wohl schneller als sonst zu Boden regenen. 

Dennoch konnte ich nach den kalten und verschneiten Tagen Anfang April die Magnolienbäume noch in Blüte fotografieren und ein paar schöne Bilder aufnehmen. Mehr dazu nächstens!

Liebe Grüsse und bis bald
Miuh

PS Gerne zeige ich den Garten nach dem überstandenen Aprilschnee auch beim Frühlingsglückk von Gartenwonne.

Sonntag, 6. März 2022

Chilis keimen lassen auf Küchenpapier / Zewa

Chilis ziehe ich neben Tomaten jedes Jahr gerne selbst aus Sämchen zu kleinen Pflänzchen, die hoffentlich zu grossen, starken und gut tragenden Pflanzen heranwachsen. In unserem Klima ist das gar nicht so einfach!  

Viele starten mit der Chili-Anzucht schon im Januar oder gar Dezember, um zeitig im Sommer Chilis ernten zu können. Manche sind dafür top ausgerüstet mit zusätzlichem Licht, Heizmatten und Platz für hunderte Pflanzen. Die professionell gezogenen, dicht und kräftig gewachsenen Pflänzchen bewundere ich jeweils sehr!

Mit den maximal 5-10 Chilis, die ich (nebst einigen Tomaten-Stöcken) auf der Südseite an der Hausmauer platzieren kann, bin ich hingegen ein sehr bescheidener kleiner Chili-Fan. In guten Jahren kann ich einige Pflanzen an Familie und Freunde abgeben und ernte mehr Chilis und Peperoncini als ich sofort verbrauchen kann... in schwierigen Jahren gibt es kaum etwas zu ernten und ich bin froh, dass ich nicht davon leben muss. Meist wird es September oder Oktober, bis ich die abgereiften Chilis ernten kann.

Gerne lasse ich mich immer wieder durch Tipps in Chili-Foren inspierieren, bewundere schöne Bilder und das viele Fachwissen. Dort habe ich auch die Idee aufgeschnappt, dass man Chils auf feuchtem Küchenpapier (Zewa) in einem verschlossenen Plastik-Beutel keimen lassen kann. 


Das wollte ich dieses Jahr ausprobieren! Freie Sicht auf die Keimung ist doch eine sehr verlockende Alternative zum "blinden" Warten auf ein Lebenszeichen im Töpfchen voller Erde oder Kokos-Substrat! Anstatt eines professionellen Keimbeutels habe ich kleine, verschliessbare Plastiksäckchen verwendet und anstatt der Heizmatte durften meine Sämchen ab Anfang Februar auf der Heizung liegen - Diese hat idealerweise um die 30C. Dann hiess es warten...


Tatsächlich haben sich schon nach kürzester Zeit (ca. 24-48 Stunden) die ersten Wurzelspitzen gezeigt: nicht bei den Chilis sondern bei den kleinen, orangen, milden Snack-Peperoni. Innerhalb der folgenden 1-3 Wochen folgten drei der Chili-Sorten - und jedesmal habe ich die kleinen Sämchen eingepflanzt, sobald sie gekeimt waren, beziehungsweise eine kleine Wurzel hatten.


Dann ist es passiert: ich habe einen, vielleicht auch zwei Tage nicht aufgepasst - und schon hatte ich beinahe fertige, kleine Pflänzchen - oder besser gesagt: Keimlinge in einem der Säckchen. Die gelben Cayenne Chilis, welche auch sonst relativ schnell und stabil wachsen und jeweils bald Blüten und dann Chilis bilden, hatten so richtig vorwärtsgemacht: Sie waren das perfekte Anschauungsmaterial für die Keimung einer Chili-Pflanze!


Alles hat jedoch nicht funktioniert: Bei einigen (auch sonst eher schwierigen) Sorten hat sich bis heute, ca einen Monat später, nichts getan. In Einzelfällen hat sich rund um die Sämchen sogar Schimmel gebildet - diese werden wohl nicht mehr keimen.


Fazit und meine Erfahrungen mit den Chili-Sämchen auf Küchenpapier im Keimbeutel:

- Ja, es kann funktionieren - juhu! Und die Keimung auf Küchenpapier ist sehr attraktiv und unterhaltsam. Gerade mit Kindern, die ungern warten bis sich in der braunen Erde etwas zeigt, kann es  spannend sein, zu sehen wie erst die Wurzeln wachsen und wie schnell es dann geht.

- Die erste Zeit der Keimung lässt sich auf diese Weise sehr platzsparend organisieren und die Sämchen können Katzen-sicher, einfach und schnell am idealen Ort (Temperatur) platziert werden.

- Nach einem Monat sind einige Sämchen noch nicht gekeimt (einige Sorten davon habe ich jedoch seit Jahren noch nie zum Keimen gebracht, beziehungsweise die Sämchen habe ich aus öligen Antipasti oder Gewürzpackungen herausgefischt...). Aber: ich weiss wenigstens woran ich bin und muss nicht mehrere Wochen lang Töpfchen herumstehen lassen und Platz brauchen für ein letztes Restchen Hoffnung.

- Toilettenpapier eignet sich im Gegensatz zu Küchenpapier / Zewa nicht: die Sämchen schimmeln eher und das Papier ist instabil und reisst sehr schnell.

- Die Sämchen können auch mit dieser Methode schimmeln und nicht nur in Anzucht-Erde oder im Kokossubstrat - aber man sieht es wenigstens gleich.

- Die Keim-Quote ist bisher bei mir etwas schlechter als bei der konventionellen Keimung in den vergangenen zwei Jahren - aber ich habe dieses Jahr auch einige sowieso sehr schwierige Fälle mit dabei und ich bleibe noch dran.

- Selbst wenn sich im Keimbeutel schöne Würzelchen gebildet haben und alles super aussah, haben es einige Keimlinge nach dem Umpflanzen in die Töpfchen nicht geschafft, weiter zu wachsen. Weshalb? Ein Verdacht ist Folgender:


- Mehrere der kleinen Pflänzchen sind nach dem Wechsel ins Töpfchen mit einem "Helm" aus dem Kokossubstrat aufgetaucht. Das heisst: auch wenn die kleine Wurzel gut gewachsen ist, konnten sich anschliessend die Keimblätter nicht aus der harten Samenhülle befreien! So faulen die Blättchen in der darin ab und damit stirbt das kleine Pflänzchen. Das war wohl auch bei einigen der Fall, bevor sie nur schon das Tageslicht erreicht hatten.

- Ganz allgemein ist das keimen lassen auf Haushaltpapier ein super spannendes und anschauliches Experiment! Nur schon deshalb werde ich es wohl im nächsten Jahr (und vielleicht sogar in dieser Saison schon mit einigen anderen Samen / Pflanzen) nochmals probieren.




Zieht ihr jeweils auch Chilis (... oder Tomaten oder andere Pflanzen...) selbst aus Sämchen? Oder kauft ihr lieber Setzlinge oder gar gleich das fertige Gemüse? Habt ihr die Methode hier auch schon ausprobiert?

Was sind eure Tipps und Erfahrungen für eine erfolgreiche Anzucht?

Liebe Grüsse
Miuh


P.S. Gerne zeige ich meine keimenden Chilis auch beim Freutag und bei der Vorfrühlingsglück Linkparty.