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Samstag, 29. Juli 2017

Malven im Garten

Schon bei unserem Einzug, wuchs beim Gartensitzplätzchen eine (wohl wilde?) rosafarbene Malve. Ich mochte sie sehr, beschützte die Pflanze jeweils vor allen Grillparty-Gästen und freute mich jedes Jahr, wenn sie wieder ausschlug - auch wenn sie wirklich nicht am besten Platz steht.
Jahr für Jahr habe ich auch geschaut, dass sich die Malve schön versamt - und zwar wenn möglich weg vom Sitzplatz in Richtung wilder Gartenteil unter den Bäumen.
Die Pflanze ist ein wahrer Insekten-Magnet, vor allem die verschiedensten Wildbienen tummeln sich in den Blüten. Leider sind diese recht scheu und verschwinden, sobald ich mit der Kamera etwas näher komme... Aber die Blüten halten schön still und sind richtig fotogen! Weiss jemand von Euch, welche Malven-Art das genau ist?
Witzig finde ich besonders auch die grossen, gut sichtbaren Pollen und die Malve macht auch sonst in jeder Situation eine gute Figur.
Doch nur Glück bringt sie auch nicht allen. Was auf den ersten Blick nach einem friedlichen Schwebefliegen-Foto aussieht...
ist tatsächlich Pech für die Schwebefliege (und dafür Glück für die Krabbenspinne!)
Auch wenn ich weiss, dass dies Natur und der Kreislauf des Lebens ist, tun mir die Tierchen manchmal leid... auch die Kleinen bekommt man irgendwie gern, wenn man sie ein wenig beobachtet, ihren Namen nachschlägt, oder sie sogar aufzieht (wie die Schwalbenschwanz-Schmetterlinge).
Apropos gern... Unsere Zwetschgen haben auch dieses Jahr andere gegessen, genau so wie die Kirschen. Aber wirklich böse kann ich auch den Amseln (und anderen Vögeln) nicht sein, denn viele der Früchte hängen zu hoch, als dass wir sie pflücken könnten.

Die Malve zeige ich gerne auch beim Macro Monday 2 , beim Natur-Donnerstag und beim  Gartenglück.

Liebe Sommer-Garten-Grüsse, Miuh

P.S. Mögt Ihr "Lost Places"? Dann interessiert Euch vielleicht mein Bericht über die Schiffs-Wracks auf Moreton Island auf meinem Geheimtippreisen.ch - Blog...





Samstag, 30. Juli 2016

Kirschpflaumen - noch eine Überraschung im Garten!

Kennt Ihr Kirschpflaumen? Mir waren sie bis gestern völlig unbekannt und ihre Entdeckung eine Überraschung...
Neben unserem Zwetschgenbaum wuchs schon seit einigen Jahren ein Seitentrieb aus der Wurzel... Gärtner sagen dazu, man solle solche Wildtriebe unbedingt ausreissen - aber wenn eine Pflanze nicht gerade zu sehr im Weg steht, lasse ich sie lieber wachsen, wage das Experiment und schaue, was daraus wird!
Diesen Frühling nun blühte der unerdessen schon etwas grössere Seitentrieb wunderschön weiss. Die Blüten waren etwas kleiner als diejenigen der Zwetschge und auch die Blätter und Äste sehen etwas anders aus.
Als wir in letzter Zeit Sträucher zurückschnitten, blieb der Seitentrieb natürlich verschont, und zum ersten Mal fielen mir kleine, rundliche Früchte daran auf: "Schau, da ist so etwas wie kleine, wilde Zwetschgen!" Obwohl ich überzeugt war, dass dies bestimmt zähe, saure oder sonst ungeniessbare Früchte geben würde, war meine Neugier geweckt!
Als ich gestern am Bäumchen vorbei ging, lagen nun einige hellrote, teilweise etwas gelb angefärbte Früchte in Kirschgrösse am Boden. Zuerst vermutete ich, dass es nur die kleinen, unreifen Wildzwetschgen wären, aber die Früchte sahen gut aus und fühlten sich reif an. Wir probierten seeehr vorsichtig ein ganz kleines Stückchen - und waren überrascht! Die Früchte schmecken super, ähnlich wie Zwetschgen, sehr süss und aromatisch. Wow! So sammelte ich die restlichen Früchte, die noch ganz waren auf. Einmal mehr hatten wir überraschend etwas Feines im Garten gefunden :-)
Nach einigen Recherchen fand ich folgendes heraus:
Kirschpflaumen (andere Namen dafür sind: Türkenkirsche, Wildpflaume, Myrobalane) - Bäumchen werden gerne als Unterlage für veredelte Zwetschgen- oder Kirsch- Bäume verwendet. (Daher unser Austrieb unter der Zwetschge!) Die Früchte sehen Kirschen - förmig aus, schmecken aber eher wie Zwetschgen und können rot, gelb oder sogar schwarzrot gefärbt sein. Der Geschmack kann variieren von sauer über fade, mehlig bis süss-aromatisch. Bäume oder auch verzweigte Sträucher entstehen aus Boden-Austrieben von verwilderten Obstplantagen, oder auch aus versamten Kernen. Die Früchte sind meist nicht sehr lange haltbar - vielleicht habe ich sie deshalb noch nie zu kaufen gesehen? Bei uns sind die Früchte praktisch unbekannt, in Osteuropa und einigen Teilen von Österreich und Deutschland hingegen kennt man sie eher. Mehr Informationen dazu findet Ihr zum Beispiel hier: Wikipedia, hier: wildundfrei.net oder hier: baumkunde.de.

Mehr Überraschungen aus unserem Garten findet Ihr hier: Kiwi, hier: Tigerschnegel, hier: Nachtkerzen

Apropos Überraschung: Der Igel, den wir in unserem Garten ausgewildert haben (hier der Igel-Bericht), wohnt noch immer hier und mag unser Karton-Häuschen sehr, obwohl es nicht sehr stylisch ist. Er geht jede Nacht auf Tour und wird von Zeit zu Zeit von uns gesehen oder von der Überwachungskamera erwischt...

Liebe Grüsse, Miuh







Sonntag, 2. März 2014

Nachtkerzen - zum essen! ...ein Versuch

Nachtkerzen mag ich im Sommer sehr! Abends entfalten sich die Knospen langsam, aber doch genügend schnell (innerhalb ca 1 Minute) um zuzuschauen, wenn man etwas Geduld hat... Ich liebe es, immer wieder bei diesem Wunder der Natur dabei zu sein und erinnere mich beim anschauen der Fotos gleich wieder an den wunderbaren Duft (und an die Mücken, die jeweils scharenweise versuchen, mich zu stechen wenn ich so schön andächtig still stehe, schaue und fotografiere).

Nun haben sich die zweijährigen Pflanzen aber ziemlich versamt und vermehrt und sind diesen Herbst sogar in unserer Badewanne im Garten - wo ich nächsten Sommer eigentlich wieder Zughetti (Zucchini) pflanzen möchte... - recht zahlreich gewachsen.

Einfach so ausreissen und wegwerfen mag ich nicht... und da ich gelesen hatte, dass man Nachtkerzenwurzeln im ersten Jahr zwischen Herbst und Frühling (bevor sie dann in die Höhe wachsen oder sogar blühen!) essen kann, war ich nun bereit für einen Versuch! Gemäss Wikipedia (hier, etwas weiter unten: "Verwendung als Nahrungsmittel") wird erklärt, dass man früher sogar sagte, dass "ein Pfund der Nachtkerzenwurzel so viel Kraft gebe wie ein Zentner Ochsenfleisch". Und Kraft kann ich immer brauchen :-)
So habe ich heute eine Wurzel aus der Erde gezogen und mit in die Küche genommen. Nach verschiedenen Quellen im Internet soll man sie etwa so behandeln wie Schwarzwurzeln. (Ups, auch die habe ich noch nie gegessen...)
Also: gut  waschen und von der Erde reinigen, die Haut etwas abschaben und in Stückchen schneiden. Bald spürt man so auch den etwas schleimigen Saft der Pflanze. Da die Wurzel an der Luft anlaufen würde, soll man sie gleich in etwas Essigwasser einlegen.
Anschliessend habe ich die Stückchen kurz blanchiert (wäre nicht unbedingt nötig), gut abgetropft, abgetrocknet und dann in Butter angebraten.
Andere Rezepte empfehlen, die Wurzel in Bouillon oder Salzwasser zu kochen, oder roh z.B. gerieben zu Karrottensalat zu geben.

Serviert habe ich die Nachtkerzen-Wurzel nur mit etwas "Murray River Salt" bestreut. (Fleur de Sel oder fein gemahlenes Meersalz geht natürlich genau so gut!)
Der Geschmack ist für mich schwierig zu beschreiben... ziemlich mild, man sagt, ähnlich wie Schwarzwurzel...  Auf jeden Fall schmeckt es ganz leicht erdig - wie z.B. Randen (rote Beete), aber ohne den charakteristischen, starken Geschmack. Was auch auffällt ist, dass die Zunge und der Hals davon leicht kratzig werden, wie zum Beispiel von etwas "rauhem" Olivenöl oder von Ananas. Ein anderes Mal würde ich deshalb die Nachtkerzen-Wurzeln wahrscheinlich mit einem anderen Gemüse kombinieren (z.B. als Ofengemüse...) und mit etwas Basilikum-Pesto oder einer anderen Sauce geniessen.

Erst ganz spät kam mir in den Sinn, dass ich ja im Buch "Meine wilde Pflanzenküche" von Meret Bissegger (AT Verlag) nachschauen könnte, ob / was über die Nachtkerzen-Wurzeln geschrieben wurde... zum Glück etwa das, wie ich die Wurzeln auch zubereitet hatte!

Anschliessend habe ich wieder einmal das ganze Buch durchgeblättert... es ist eine wunderbare Inspiration für mich, gerade jetzt im beginnenden Frühling. Nun gibt es so viele spriessende Kräuter und andere Wildpflanzen, die man sammeln und essen könnte.

Ich muss ja zugeben, das Meiste davon werde ich wohl nie zubereiten, weil ich momentan viele Pflanzen noch zu wenig kenne... und auch weil ich etwas heikel und ein kleiner "Schisshas" bin ;-)

Liebe Wildpflanzen-Grüsse, Miuh

https://geheimtippreisen.blogspot.ch/