Donnerstag, 3. Dezember 2020

Kirschblüten zu Weihnachten - der Barbara-Zweig

Kirschblüten zu Weihnachten? Eine spezielle und wunderschöne Vorstellung!

Ein alter Brauch besagt, dass man am 4. Dezember (dem Tag der heiligen Barbara) einen oder mehrere Kirschzweige (oder auch Zweige anderer Bäume) schneiden und in der warmen Wohnung in frisches Wasser stellen soll. So werden sie (natürlich auch etwas abhängig von der Temperatur im Haus) zu Weihnachten blühen. Mehr zum Hintergrund der Geschichte gibt es HIER bei Wikipedia.



Frische, duftende, weisse Kirschblüten und dazu etwas helles Grün an Weihnachten? Das fasziniert mich seit Jahren und wann immer ich am 4.12. (oder generell Anfangs Dezember) an Zweige herankomme, versuche ich es.

 


Da diesen Spätherbst unser Kirschbaum geschnitten wurde, habe ich nun Kirschzweige aller Grössen im Überfluss: die schon länger geschnittenen Äste und Zweige habe ich einfach draussen im Garten liegen gelassen und hole sie ins Haus, sobald sie anfangen sollen, zu treiben. Dass sie draussen bleiben, schadet gar nicht - im Gegenteil, man sagt sogar, die Zweige sollten mindestens einen Frost erlebt haben, dass sie auch wirklich austreiben.

 


Tatsächlich: nach ca. 2 Wochen darf ich nun bereits die ersten Kirschblüten bewundern. Sie bringen etwas Leichtigkeit ins Haus und einige Frühlingsgefühle in die dunkle Jahreszeit. 

 


Die Kirschblüten sehen alleine gut aus - ich habe sie in einer Glasvase in unseren Champagnerkübel gestellt. Gerne zeige ich dieses Bild auch beim Friday-Flowerday!

Bestimmt lassen sich die Kirschblüten an Weihnachten auch mit einigen frischen Tanenzweigen schön kombinieren. Und die Zweige könnten sich auch als Mitbringsel oder Geschenkidee zu Weihnachten eignen.

 


Für meine Fotos hatte ich heute das Glück, dass ich tatsächlich Schnee, schöne Tannenzweige und etwas Sonnenlicht zur Verfügung hatte - ein Traum!

 In den nächsten Tagen werden sich hoffentlich noch viele weitere Knospen öffnen - das Blühen der Kirschzweige hat erst gerade begonnen! Weiteren Nachschub habe ich auch bereits eingestellt und die "richtigen" Barbarazweige nehme ich erst morgen, am 4. Dezember ins Haus. Ich freue mich!

 


Kennt Ihr den Brauch der Barbarazweige schon und werdet Ihr sie Euch auch ins Haus holen? Oder gefallen Euch andere Traditionen besser?

Liebe vorweihnachtliche Grüsse, Miuh




Samstag, 4. April 2020

Zöpfli, Häschen und noch einiges mehr...

Ostern ist nahe und auch wenn das Osterfest dieses Jahr bei vielen etwas anders ausfällt als sonst, dürfen wir es uns doch fein machen! Was passt da besser, als süsse kleine Häschen oder andere kleine Tierchen aus Zopfteig, die wir zum essen gern haben? Ob gleich zum Frühstück, zum Brunch oder für Nachmittags - die Zopftierchen passen immer! Ausserdem zeige ich Euch hier mein liebstes Zopf-Rezept und die einfache Anleitung, um kleine Zöpfli zu backen, die das ganze Jahr über super ankommen!




Naaaa, wer kann da auch nicht widerstehen? Begleitet ihr mich dabei, wie ich meinen Klassiker backe, mit dem man ausser Zöpfchen zu jeder Jahreszeit und zu jedem Fest etwas passendes zaubern kann...? Nach dem Grundrezept zeige ich euch gleich einige Varianten:




Die Schüssel habe ich damals noch von meiner Grossmutter erhalten, als sie ihren Haushalt auflösen musste. Eine wunderschöne Erinnerung an sie, auf die ich sehr Acht gebe! Alte Gegenstände mit Geschichte liebe ich sehr - umso mehr, wenn es meine eigene Familiengeschichte ist.

Unterdessen lasse ich allerdings oft meinen Teig von der Küchenmaschine kneten - bequem ist das schon, wenn auch nicht so nostalgisch...


Zopfteig - Rezept


1kg Zopfmehl
2 Kaffeelöffel Zucker
3 Kaffeelöffel Salz
1-2 Päckli Trockenhefe (je für 500gr Mehl) oder ca 1/2 - 1 Würfel frische Hefe in etwas lauwarmer Milch aufgelöst

... in einer genügend grossen Schüssel mit einem Löffel gut vermischen und eine Vertiefung formen

5dl Milch (leicht erwärmt)
120gr Butter (vorsichtig geschmolzen, ev. gleich in der Milch mit erwärmen)

... in die Vertiefung leeren und alles gut zu einem glatten Teig kneten. Falls der Teig zu trocken oder zu klebrig ist, noch ein kleines Bisschen Wasser hinzutröpfeln oder ein wenig Mehl darüberstäuben und weiter kneten, bis der Zopfteig schön geschmeideig wird!

Den Teig mit einem leicht feuchten Tuch zugedeckt an der Wärme für mindestens 1 Stunde etwa um das doppelte aufgehen lassen. Normalerweise teile ich anschliessend die ca. 1.5 Kilo Zopfteig in Stückchen von ca 80  bis 120 Gramm (alle etwa gleich gross!), rolle ihn unter den Händen zu langen Teig-Würsten und flechte daraus kleine Zöpfli. Oder ihr formt daraus zwei grosse Zöpfe à je 750gr. Diese sollen nochmals mindestens 1/2 bis 1 Stunde aufgehen können, bevor sie später in den Ofen kommen.

Wichtig: Zeit! Mit den Jahren habe ich gelernt, wie entscheidend viel Zeit für den Zopfteig und damit für die feinsten, luftigsten und schönsten Backwaren ist: Lieber lasse ich nun den Teig um die 6 Stunden ruhen, bevor ich ihn weiter verarbeite und anschliessend nochmals 1-2 Stunden aufgehen, bevor gebacken wird. Je mehr Zeit ihr habt, desto weniger Hefe braucht ihr auch!
Wieso also nicht spät Abends den Teig noch vorbereiten, über Nacht aufgehen lassen und am nächsten Morgen frisch backen? Momentan ist das meine liebste Variante für das Wochenende.  




Weiter geht's! Das flechten kleiner Zöpfchen geht ganz schnell und für mich viel einfacher als die grossen Zöpfe mit zwei Strängen. Hier die kurze, hoffentlich auch für euch einfache Anleitung:

Einen langen Teigstrang rollen, damit eine Schlaufe legen, das längere Ende rechts untendurch nehmen, das untere Schlaufenende nach rechts drehen und mit dem Ende von links unten her fixieren.

Auch für grössere Zöpfe nutze ich gerne diese Methode.




Mit Kaffeerahm / Kaffeesahne bestreichen für einen schönen Glanz später (andere nehmen dazu ein verklopftes, rohes Ei), dann das Blech mit den Zöpfchen in den kalten Ofen schieben. Oder: nochmals etwas aufgehen lassen und anschliessend im bereits vorgeheitzten Ofen backen.

Temperatur: 220C unter- und ober-Hitze
Blech-Höhe: Eher untere Ofenhälfte, aber nicht ganz unten
Backdauer: ca. 20-30 Minuten für kleine Zöpfchen oder Teig-Tierchen, eher 30-45 Minuten für grosse Zöpfe. Immer mal wieder kontrollieren!
Wann herausnehmen? Wenn die Oberfläche dunkel-golden glänzt (je nach eurer Vorliebe): eines vorsichtig mit dem Ofen-Handschuh herausnehmen und kurz mit dem Finger an der Unterfläche klopfen. Tönt es etwas hohl? Perfekt, dann ist alles durchgebacken und luftig.
Auskühlen lassen: Die Zöpfli oder Zopf-Tierchen so bald wie möglich einzeln auf ein Gitter legen, um sie auskühlen zu lassen. So bildet sich unten kein Kondenswasser, welches sie durchweichen könnte.




Alle Zöpfli, die wir nicht sofort aufessen mögen, friere ich ein und freue mich später, wenn ich sie Stück für Stück hervornehmen und auftauen kann.

So, nun aber wie versprochen zu all den anderen möglichen Formen, Tierchen und Oster-Dekorationen!

Für die Igel-Stacheln habe ich die Schere benutzt und damit kleine Spitzchen geschnitten. Der Schildkrötenpanzer wurde diagonal mit dem Messer leicht eingeritzt,  um das Muster zu erhalten und kleine Kügelchen für die Beine und das Köpfchen wurden angefügt:




Für das Nestchen habe ich einen langen, ganz dünnen Teigstrang gerollt und einmal um sich selbst geschlungen.

Ein Schoggibrötli / Schoko-Brötchen erhält ihr, wenn ihr ein halbes Schoggistängeli oder sonst ein Stück Schokolade in etwas Teig einarbeitet:





Das Vögelchen / Täubchen entsteht durch einen einfachen Knoten im Teigstrang, vorne etwas angespitzt für den Schnabel, hinten mit der Schere eingeschnitten.

Ein Häschen kann auf verschiedene Arten geformt werden, hier zum Beispiel durch einen Teig-Knoten mit aufgesetztem Kopf:




Ein Häschen könnt ihr aber auch mit einer kleinen Teig-Spirale als Körper und einem angesetzten Kopf formen...

Und die dritte Hasen-Variante ist eine kleine Teig-Kugel als Körper, ebenfalls mit einem oben draufgesetzten Kopf. Durch das Backen hat dieses kleine Häschen einen richtig süssen, fragenden Blick bekommen :-)

Apropos Blick - Für die Äuglein habe ich jeweils Sonnenblumenkerne genommen, natürlich gingen auch Rosinen, wenn ihr diese mögt.




Die kleinen Zopf-Hasen und natürlich auch die Taube oder das Teig-Nestchen eignen sich alle wunderbar als Tisch-Dekoration für den Ostertisch - auch wenn der dieses Jahr wohl etwas kleiner ausfallen wird.

Auch zusammen mit Kindern könnt ihr wunderbar kleine Zopf-Tierchen formen und backen - eine kreative Beschäftigung, bei der erst noch am Schluss jedes der Kleinen etwas selbst gemachtes zum Essen in der Hand hat.

Einige österliche Kombinationen, zum Beispiel für eine Tischdekoration, habe ich hier auch schon ausprobiert: Ein wenig Heu in ein Körbchen füllen und die Häschen, Täubchen oder anderen Zopf-Tierchen dazu. Vielleicht noch ein Ei, kleine Schoko-Eier oder andere Kleinigkeiten rundherum... Fertig, Ostern kann kommen!




Im Moment kann und soll ich, wie viele andere auch, nicht einfach raus und einkaufen gehen. So improvisieren wir bei allem, was wir basteln, dekorieren und bauen mit den Materialen, die wir noch hier zu Hause haben. Upcycling in bester Form! Einer meiner liebsten Sprüche: "kann man noch gebrauchen", hat sich dabei nun schon mehrfach als kleines Glück erwiesen. (Hihi, endlich!)

Anstatt einem Körbchen könnt ihr auch eine Schachtel aus Papier falten oder eine Schüssel nehmen und anstelle von Heu könnt ihr auch Stroh, Holzwolle, etwas Gras, Reisig, Moos oder ein Stück Stoff  hineinlegen. Vielleicht habt ihr auch noch einen Rest Band oder Geschänkbändel und könnt den Zopf-Häschen eine kleine Masche um den Hals binden?




Liebe Grüsse und viel Freude beim backen, Miuh


P.S. Auf meinem anderen Blog: Geheimtippreisen ist es momentan etwas ruhiger. Wenn ihr dennoch eine kleine Flucht von zu Hause wagen wollt, lade ich euch gerne ein, dort etwas herumzustöbern und meine Reiseberichte zu lesen. Aktuell habe ich auch einen Beitrag aufgeschaltet mit Ideen, wie ihr durch die Corona / Covid-19 Krise kommt, ohne rauszugehen. Selbst bin ich heute in die 5. Woche zu Hause gestartet...
https://geheimtippreisen.blogspot.ch/

Der Beitrag: Zöpchen, Häschen und noch einiges mehr ist ursprünglich am 01.03.2014 veröffentlicht worden und nun überarbeitet, mit aktualisierten Fotos und Texten neu erschienen.

Samstag, 22. Juni 2019

Schnittlauchblütenbutter Rezept - einfach und fein!

Kräuterbutter liebe ich sehr! So kann ich die Würze des Sommers aus dem eigenen Garten konservieren und mir auch im Winter manchmal noch die Vielfalt aromatischer Kräuter auf den Teller holen. Macht ihr auch manchmal selbst Kräuterbutter?




Eine besonders rassige und hübsch dekorative Variante ist die Schnittlauchblütenbutter - und einfach herzustellen ist sie noch dazu! Zarte lilafarbene Blütenblättchen und einige gelbe Farbtupfer der Zitronenschale wirken sommerlich verspielt, doch der Geschmack hat es in sich: er ist kräftig schnittlauchig! So macht sich eure Schnittlauchblütenbutter wunderbar auf dem Buffet jeder Sommerparty oder direkt auf frischem, noch leicht warmem Brot.




Normalerweise knipse ich die Blüten des Schnittlauchs nicht ab, wie es manchmal empfohlen wird, um das Aroma der Schnittlauchröhrchen zu erhalten. Bienen und andere Insekten lieben die Blüten sehr und es ist mir eine Freude, ihnen zuzuschauen!




Nur wenn ich die Blüten esse, pflücke ich mir einige davon: Schnittlauchblüten sind eine wunderbare, würzige, lila-farbene Dekoration für Salate und andere Gerichte.




Nun aber wie versprochen hier das Rezept für die feine Schnittlauchblütenbutter - es ist einfach nachzumachen und passt perfekt zum Sommer:




Rezept für Schnittlauchblütenbutter

Für meine Schnittlauchblütenbutter habe ich folgende Zutaten gebraucht:

200gr weiche Bio-Butter (eine Stunde vorher aus dem Kühlschrank nehmen)
20 mittelgrosse, frische Schnittlauchblüten (kleingeschnitten)
Feiner Schalen-Abrieb von 1/2 - 1 Zitrone
Einige Prisen Salz (Vorsicht damit, nachsalzen geht immer...)

Alles in einer Schüssel mit einer Gabel gut vermischen, zwischendurch probieren und ev. nachwürzen - fertig!

Natürlich ist es auch möglich, die Menge nach euren Bedürftnissen anzupassen.





Anschliessend könnt ihr die Schnittlauchblütenbutter frisch verwenden, in den Kühlschrank stellen für die baldige Verwendung, oder in beliebiger Form (Rollen, Eiswürfelbehälter, kleine Schälchen, Silikonförmchen,...) einfrieren für den späteren, portionenweisen Verbrauch.




En Guete und liebe Grüsse
Miuh



Dienstag, 15. Januar 2019

Entdeckungstour durch das Bullerbü-Häuschen von Astrid Lindgren

Schon im Juli, gleich nach meiner Schweden-Reise habe ich euch vorgeschwärmt (und viele Fotos gezeigt) von den wunderschönen, unerschiedlichen, roten Schwedenhäuschen. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch bereits verraten, dass mein allerliebstes Häuschen in Schweden das Bullerbü-Haus ist... Und heute werdet ihr mehr davon sehen! Ich lade euch ein zu einer Besichtigung des Hauses und von innen und aussen, sowie zu einem Spaziergang durch den Garten inklusive Gartenhaus und Schuppen...




Astrid Lindgrens Geschichten und ganz besonders "wir Kinder aus Bullerbü" haben mich durch die ganze Kindheit begleitet und bis heute meine Vorstellung vom idyllischen (oder eben romantischen) Landleben geprägt.

Dass es diese drei Häuser, welche als skizzen-artige Zeichnung ganz vorne in meinem Buch zu finden waren, tatsächlich gibt, habe ich nie wirklich bedacht - in meiner Fantasie gab es sie sowieso.




Tatsächlich hat Astrid Lindgren in ihren Geschichten der Kinder aus Bullerbü nicht nur viele ihrer eigenen Kindheitserlebnisse sowie Erzählungen ihrer Eltern verarbeitet. Es gab mit dem Weiler Svedestorp auch ein klares Vorbild für das kleine Dörfchen Bullerbü mit "Nordhof", "Mittelhof" und "Südhof" - Und hier, im mittleren Haus, war ihr Vater bis 1895 aufgewachsen.

Die Häuser stehen auch heute noch praktisch unverändert hier und wenn ihr sie seht, werdet ihr unweigerlich in die Geschichten der Kinder aus Bullerbü zurückversetzt, ob ihr nun das Buch gelesen oder gar den Film gesehen habt, welcher 1986 ebenfalls hier gedreht worden ist...




Die drei Häuser (auch das mittlere, welches ich euch hier zeigen werde) sind in Privatbesitz und damit für die Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich oder zu besichtigen.

Es war ein riesiges - für mich immer noch ein wenig unfassbares - Glück, dass ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort (also, im richtigen Land: Schweden) war und auch noch von der Möglichkeit erfahren habe! Wie das geschah, seht ihr im ersten Teil unten.

Kommt ihr mit mir nach Südschweden, zurück in eine längst vergangene Zeit und werft einen Blick durch das geheimnisvolle, alte Fenster in eine andere Welt?




Auf meinem Geheimtippreisen Blog habe ich den Besuch im Bullerbü - Haus in vier Teilen beschrieben, weil ich so viele Fotos und Geschichten dazu hatte, dass mit nur einem Bericht der Rahmen bei weitem gesprengt worden wäre.
Klickt einfach auf das jeweilige Foto oder den dazu gehörenden Titel, um zum entsprechenden Bericht zu gelangen:


Das Bullerbü - Haus von Astrid Lindgren 1/4: Von aussen und alle Informationen



Das Bullerbü - Haus von Astrid Lindgren 2/4: Im Haus und Beschreibung der Zimmer



Das Bullerbü - Haus von Astrid Lindgren 3/4: Der Schuppen und Fundstücke



Das Bullerbü - Haus von Astrid Lindgren 4/4: Garten, Gartenhaus und wie es weiterging



Nochmals alle vier Bullerbü-Haus - Berichte als kurze Übersicht findet ihr hier:

* Das Bullerbü - Haus von Astrid Lindgren 1/4: Von aussen und alle Informationen (HIER)
* Das Bullerbü - Haus von Astrid Lindgren 2/4: Im Haus und Beschreibung der Zimmer (HIER)
* Das Bullerbü - Haus von Astrid Lindgren 3/4: Der Schuppen und Fundstücke (HIER)
* Das Bullerbü - Haus von Astrid Lindgren 4/4: Garten, Gartenhaus und wie es weiterging (HIER)


Nun bin ich gespannt, wie euch die vier Ausflüge in die Welt der Kinder aus Bullerbü gefallen haben...

Seid ihr auch so begeistert von der Autorin Astrid Lindgren und von ihren Büchern, wie ich?
Und faszinieren euch solch alte Häuser (und Gärten... und Schuppen... und Gartenhäuser...) mit viel Geschichte auch so sehr?

Liebe Grüsse, Miuh

Sonntag, 13. Januar 2019

Schneegarten in der blauen Stunde

Vergangene Woche hat es auch bei uns zum ersten Mal so richtig geschneit...

Wobei: So viel Schnee, wie es Anfang Januar andernorts in Deutschland und Österreich gab, so dass die Situation teilweise von wunderschön romantisch zu katastrophal gefährlich wechselte, war es bei uns bei weitem nicht! Wir hatten so 10-15cm Schnee und seit gestern Nacht wurde das meiste von den etwas wärmeren Temperaturen, die der Sturm mitbrachte, weggeschmolzen.

Die schöne Stimmung am Morgen während der blauen Stunde habe ich genutzt, um zu fotografieren und so die kurzlebige Pracht zu geniessen:



Anfangs war es noch fast dunkel im Garten und das kleine Rentier und der ebenfalls mit kleinen LED-Lichtern geschmückte Busch leuchteten wunderbar in die zu Ende gehende Nacht... Die blaue Stunde war angebrochen.



Auch auf der anderen Hausseite war alles von Schnee überzuckert. Knapp könnt ihr hier die Tannäste mit LED-Lichtern sehen, welche im Dezember fast nahtlos die Geranien über der breiten Fensterfront abgelöst haben.



Überhaupt sah der Innenhof in den frühen Morgenstunden wunderbar friedlich aus. Ich mag in sehr und freue mich über die Bäume und die verschiedenen Büsche, welche eine schöne Struktur geben.



Langsam war es etwas heller geworden. Noch immer leuchteten die Lämpchen heller als das natürliche Licht und alles schien bläulich.



Noch etwas später übertraf das Tageslicht das Künstliche, mehr und mehr wurde das bläuliche Dämmerungslicht vom Grau des Tages abgelöst.



Links unter dem Herz könnt ihr auf dem folgenden Foto den kleinen Weg erkennen, welchen ich am Vorabend freigeschaufelt hatte. Den Schnee habe ich dabei gleich verwendet, um eine isolierende Schicht um Pflanzen und Töpfe zu bilden, für den Fall, dass es noch kälter wird.



Hinter den Wolken ging die Sonne auf und damit verwandelte sich die blaue Stunde allmählich in eine ebenso schöne lila-rosa-orangene Stimmung.



Auch im Garten war endgültig der Tag angebrochen. Dass das Rentier noch immer leucht, sieht man so kaum mehr. Das ist jeweils auch die Zeit, wenn die verschiedenen Vögel anfangen, sich am Futterhaus einzufinden...



Ebenfalls extrem viel Freude am Schnee hat der Kater! War er anfangs noch etwas vorsichtig, hat er später wild im Schnee herumgetrampelt, mit kleinen Schneebällen gespielt, getapst, wild gemiaut und kleine Balkon - Lawinen verursacht.

Übrigens: was ist noch schwieriger, als eine schwarze Katze zu fotografieren? - Eine wild herumrennende, schwarze Katze bei schlechtem Licht im weissen Schnee fotografieren... ;-)




Auch wenn ich selbst kein Wintermensch bin, geniesse ich gerade die vielen Katzen-Kuschelstunden, Einladungen von Freunden, ein feines Glas Wein auf dem Sofa - und die gedankliche Gartenplanung für den Frühling.


Liebe Grüsse, Miuh


P.S. gerne zeige ich den Wintergarten in der Blauen Stunde auch beim Gartenglück / Winterglück.


Montag, 24. Dezember 2018

Natürliche Weihnachts - Deko (mit Tipps) und Weihnachtsgrüsse

Liebe Leserinnen und Leser meines Blogs Romantischeslandleben...

Vielen Dank für eure Treue übers Jahr hinweg, für liebe, interessante, hilfreiche, beeindruckende und nachdenklich machende Kommentare und einfach Danke, dass es euch gibt!


Privat durfte ich bereits gestern mit dem einen Teil der Familie bei mir zu Hause so richtig gemütlich Weihnachten feiern. Dabei habe es mir natürlich nicht nehmen lassen, die Wohnung so richtig Weihnachtlich zu dekorieren!


Nur wenn ich an Weihnachten Gäste habe, gönne ich mir auch einen Weihnachtsbaum. Wenn nicht, dekoriere ich zwar die Küche und das Wohnzimmer, ein Baum wäre dann aber eher "für die Katz" im wahrsten Sinne des Wortes! (PS: Suchbild... finde die Katze?)


Viele von euch sind vielleicht jetzt gerade daran, Weihnachten zu feiern oder haben die Feier noch vor sich (wie ich morgen mit dem anderen Teil der Familie, worauf ich mich auch sehr freue...)


Dazu wünsche ich Euch von Herzen friedliche und fröhliche Weihnachten! Für euch und die ganze Welt wünsche ich mir eine Ruhe, die einkehrt, Frieden mit sich selbst und mit allen Anderen.


Für mich hat es so gut wie noch nie zuvor funktioniert, vor Weihnachten die Ruhe zu bewahren. Zwar wurde es bei mir erst am Freitag Abend nach Arbeitsschluss so richtig weihnachtlich, aber auch schon den ganzen Dezember hindurch konnte ich jeglichen Weihnachtsstress umgehen und vermeiden. Welch ein Glück! Auch die beiden Blogs mussten ein wenig darunter leiden, aber ich hoffe, ihr verzeiht mir das?


Am Samstag haben wir ganz traditionell im Wald den Weihnachtsbaum und einige grosse Tannäste geholt, obwohl es ziemlich gestürmt und geregnet hat.

Aus den Ästen habe ich dann das ganze Wochenende hindurch meine Weihnachtsdekoration zusammengestellt: sehr natürlich, wie ich es am allerliebsten mag.


Am besten gefallen mir Tannäste verschiedenster Grösse, welche ich ganz einfach und pur in grosse, alte Weckgläser oder in stabile Vasen stelle. Das passst wunderbar zu den Naturfarben und dem vielen Holz in meiner Wohnung.


Natürlichh könnt ihr diese Äste auch gut noch mit Weihnachtsschmuck aller Art weiter dekorieren, wenn das bei Euch passt!

Aber auch kleine Fläschchen wie die auf dem folgenden Foto, welche ursprünglich von einem italienischen Apérogetränk stammen und mit Sternen und weihnachtlichen Motiven verziert sind, passen perfekt.


In der Küche habe ich grosse Schalen mit Orangen und Clementinen aufgestellt. Vor einigen Jahren habe ich aus den Schalen dieser Früchte auch Schmuck für den Weihnachtsbaum gemacht (HIER) 


Im Hintergrund steht ein Weckglas, welches ich mit Baumnüssen gefüllt habe und die Orchidee, die gerade wieder zu blühen anfängt...


Im Eingangsbereich habe ich das eigentliche "Vide-Poche" dekoriert mit einem Glas voller Tannäste, einem Glas voller metallener Glocken-Kugeln sowie einem Pinienzapfen, einer Kastanien-Hülle und roten Kerzen in Holz-Kerzenständern. Nur die frischen Tannäste aus dem Wald sind neu, alles Andere habe ich teilweise bereits seit Jahren.

Im Hintergrund gespiegelt seht ihr einmal mehr das Bild des Norwegischen Fischers (HIER schon einmal frühlingshaft mit Tulpen zu sehen)


Im Wohnzimmer sind dafür noch die Nachwirkungen und Souvenirs meiner Schweden-Reise im Sommer (HIER mehr darüber) zu sehen. Die Dala-Pferdchen haben so gut gepasst, dass sie zusammen mit der Karussell-Musikdose gleich bleiben durften.


Das Rentier war einmal eine leuchtende Weihnachtsdekoration für draussen. Nachdem es nicht mehr funktioniert hat, habe ich alle elektrischen Kabel abgenommen und nur das Metallgestell mit den Holzranken belassen. So passt das stilistische Rentier perfekt ins Wohnzimmer, kombiniert mit der Holzlaterne und einem grossen Fichtenzweig.


An der Wand im Treppenhaus habe ich einen geflochtenen Draht der Wand entlang hochgezogen und mit mini-kleinen, aber starken Magnetchen kleine Tannäste daran befestigt:


Über ein kleines Tischchen habe ich ein langes, rot-weiss gemustertes Tischtuch gelegt. Das sieht nicht nur weihnachtlich aus, sondern lässt darunter jede Menge Stauraum für Ersatzkerzen, Schere, Zündhölzer, Kabel, ...


Darauf stehen ebenfalls bordeaux-rote Kerzen in Holz-Kerzenständern, grosse Tannäste in einem Weckglas, Pinien-Zapfen (von einem Freund aus der Toscana erhalten), sowie ein italienisches Gläschen mit Tannästen. Auch die Tannäste vom Esstisch habe ich hierhin verlegt, sobald das Essen auf den Tisch kam.



12 Tipps für eine schöne, natürliche Weihnachts - Deko


1. Tannäste, Tannäste, Tannäste!
Wenn ihr Glück habt, könnt ihr auch im Wald offiziell den Weihnachtsbaum direkt frisch absägen und dazu gleich einige Tannäste mitnehmen, die bei diesen Aktionen immer anfallen. Ansonsten: fragt auf eurer Gemeinde, beim Förster oder auch bei Bauern in eurer Gegend nach solchen Gelegenheiten.

2. Tannenzweige (oder Fichten-Äste, usw.) stellt ihr am besten in grosse Weck-Gläser oder grosse, stabile Glasvasen. Kleinere Ästchen könnt ihr auch in Flaschen stellen. Tannäste sehen pur schon gut aus, oder ihr könnt sie zusätzlich schmücken, wenn ihr wollt: mit Naturmaterialien, Weihnachtsbaumschmuck oder Anderem.
Je nach Form sehen die eingestellten Zweige selbst aus, wie kleinen Weihnachtsbäume und können diesen in einer kleinen Wohnung auch einmal ersetzen.
Das Gute daran: So eine Deko könnt ihr auch last Minute noch vorbereiten und sie sieht dennoch perfekt aus.

3. Die schönen, immergrünen Äste könnt ihr auch um den Hauseingang herum einstellen, auslegen oder aufhängen (und allenfalls dekorieren). Auf jeden Fall eignen sie sich auch gut, um grosse Töpfe, Blumenkisten und Gemüse- oder Blumenbeete abzudecken und damit weihnachtlich oder winterlich herzurichten.

4. Sammelt auch übers Jahr Naturmaterialien, die euch gut gefallen: Ob das nun Pinienzapfen sind, Fichtenzapfen, Föhren-Zäpfchen, Kastanien-Hüllen, Eicheln, Baumnussen, schöne Lärchen-Zweige, Wurzeln, spezielle Äste oder Holzstücke, ... schaut, dass keine Tierchen darin wohnen, schüttelt sie aus und trocknet die Mitbringsel anschliessend gut.

5. Kombiniert mit Metall, weiss oder schwarz und maximal einer weiteren, allenfalls leuchten Farbe wie zum Beispiel: bordeaux-rot, dunkelblau, gold, silber, hellgrün,... Bei mir war es dieses Jahr: frisches Fichten- und Tannengrün mit Holztönen, Glas und bordeaux-roten Kerzen - ein weihnachtlicher Klassiker.

6. Laternen und Kerzen gehen immer! Ob sie echt sind, oder aus Sicherheitsgründen mt LED's betrieben werden, ist egal. Ich habe hier LED-Lichterketten in einer grossen Holz-Laterne, Teelichter in verschiedenen Metall-Laternen, Spitz-Kerzen in bordeaux-rot aud den Holz-Kerzenständern und (trotz Katzen) noch immer echte Bienenwachs-Kerzen am (frischen!) Weihnachtsbaum. Auf offene Flammen passen wir aber auch sehr auf und lassen sie nie unbeaufsichtigt.

7. Passend zu allen anderen Naturtönen sind frische Früchte: Äpfel, Birnen, Orangen (ev. auch mit Nelken duftend dekoriert), Mandarinen, Clementinen, Granatäpfel, Nüsse, ... schön. In einer Schale aufgetürmt, aufs Sideboard zwischen die Tannäste gelegt oder am Christbaum aufgehähgt, sehen sie wunderschön und sehr traditionell aus.

8. Gedimmtes Licht: habt ihr Dimmschalter in der Wohnung, mit denen ihr das Licht dimmen, d.h. weniger hell einstellen könnt? Das sieht um die Weihnachtszeit und kombiniert mit Kerzenlicht besonders schön aus! Falls nicht: probiert auch einmal aus, ob ihr die Lampen so richten könnt, dass das Licht nur indirekt fällt. Vielleicht ist es sogar möglich, ganz auf helle Lampen zu verzichten und nur Kerzen oder Lichterketten zu verwenden?

9. Nutzt die zweite und dritte Dimension: hängt Äste oder Dekorationen an die Wand oder ans Fenster, habt Mut zu grösseren Ästen, die in eine grosse Vase gestellt weit in den Raum ragen. Feinere Deko-Gegenstände können zum Beispiel an eine Vorhang-Schiene gehängt werden und im Raum schweben.
Auf Pinterest habe ich sogar gesehen, dass auch Lampen mit einbezogen und dekoriert wurden... Nicht bei jeder elektrischen Instalation funktioniert das gut, aber schön sah das auf jeden Fall aus, zusammen mit dem Licht!

10. Düfte! Mindestens ebenso stark wie auf optische Reize reagieren Menschen auf Düfte. Frisch geschnittene Tannäste hüllen die Wohnung auf jeden Fall in Weihnachtsduft, Orangenschalen im Ofen oder mit Nelken gespickte Orangen bringen etwas mehr Exotik dazu. Ein wohliges Aroma verbreitet für mich das Harz einer grossen Föhre aus dem Emmental, welches ich jeweils um die Weihnachtszeit verräuchere, oder auch Weihrauch aus dem Oman, der einen angenehm warmen Duft hat.

11. Frisches Grün: Vielleicht kennt ihr den Barbara-Zweig? Das ist ein am 4. Dezember (Barbara-Tag) geschnittener und im Haus ins Wasser gestellter Kirsch-Zweig, welcher dann an Weihnachten blüht.
Zwar haben wir einen Kirschbaum, doch dessen Zweige hängen alle sehr hoch... Dafür ragen die Äste verschiedener anderer Sträucher zu weit in einen Gehweg - und auch Haselnuss-Zweige oder andere Pflanzen schlagen mit schönen, grünen Blättchen aus, wenn sie geschnitten und an der Wärme ins Wasser gestellt werden! Über den Winter schneide ich nun immer mal wieder einen Zweig ab, der spätestens im Frühling sowieso weichen müsst und schaue, was daraus wird. Probiert es einfach aus und freut euch auf frisches Grün in ca. 3 Wochen.

12. Weihnachtsdeko zu Winterdeko machen: Bei uns ist es Tradition, wirklich erst zu Weihnachten zu dekorieren und nicht schon die ganze Adventszeit hindurch. Die ganze, aufwändige Deko schon nach den wenigen Weihnachtstagen oder spätestens am 6. Januar abzuräumen, wäre aber viel zu schade! Wenn ihr z.B. bordeauxrote Kerzen und andere Gegenstände durch weisse ersetzt, habt ihr zusammen mit den natürlichen Tannenzweigen und anderen Naturtönen eine perfekte, neutrale Winter-Dekoration, die gerne noch etwas länger bleiben darf.


Nun wünsche ich euch nochmals wunderschöne Weihnachtstage, hoffentlich etwas Ruhe für eigene Gedanken, Pläne und Unternehmungen zwischen den Jahren und auch bald schon einen guten Start ins Neue Jahr!

Liebe Weihnachtsgrüsse, Miuh