Donnerstag, 4. November 2021

bunter November - grauer November

Jedes Jahr vergesse ich wieder - und werde dafür meist an einzelnen November-Tagen positiv überrascht - wie bunt der November noch sein kann! 

Eigentlich hatte ich gerade keine Zeit, um raus zu gehen, aber ich musste! Mir war klar, dass diese schöne bunte Stimmung vielleicht nur einen Tag hält... oder eine Stunde... oder ein paar Minuten? Genau so war es: am Abend kam schon der Regen zurück.


Einige Herbstblätter hängen meist noch... (hier sind es Kiwi, wilde Rebe und Efeu)


... und sogar die gefallenen Blätter am Boden können noch eine warme Stimmung verbreiten. (Feldahorn)


Einen Tag später (nach etwas Regen) war die Stimmung bereits eine ganz Andere und der Himmel zeigt das typische Novembergrau. Und ja, das sind eigentlich alles auch Farbfotos! Kiwi, wilde Rebe und Efeu leuchten weit weniger...

Viele Blätter hängen nicht mehr in den Feldahorn - Bäumen...

Dass auch der Boden grau und (beinahe) frei von Blättern ist, war allerdings meine Schuld... ich habe alle zusammengewischt und unter den Bäumen zu riesigen Haufen aufgeschichtet, so dass Tiere - z.B. unsere Igel - darin überwintern können.

Kennt ihr das Lied? Es ist mir sofort in den Sinn gekommen zu meinem Bild. Wir haben es als Kinder immer gesungen... Singt man das heute noch in der Schule?

Den vielfältigen Novemberhimmel zeige ich gerne beim Herbstglück, bei der Galeria Himmelsblick, beim Freutag sowie beim Zitat im Bild.

Liebe Novembergrüsse
Miuh





Freitag, 29. Oktober 2021

Chili - Fieber

Kennt ihr das Chili-Fieber? Packt es euch vielleicht sogar auch manchmal? Es ist übrigens verwandt mit dem Tomaten-Fieber... 

Für alle, die es noch nicht kennen, erkläre ich mein "Chili-Fieber" kurz: es packt einen manchmal aus dem heiteren Himmel in unerwarteten Situationen, oft aber auch, wenn man sich ganz bewusst "in Gefahr" begibt, zB bei Saatgut-Anbietern herumsurft: 

Das Verlangen, diese, jene und noch eine Sorte Chilis selbst zu ziehen, zu pflegen und zu ernten. Und noch eine Sorte... und nur die beiden noch... eine etwas mildere vielleicht auch... und noch eine als Versuch... und die vom Nachbarn erhaltene... und die mit den lustigen Formen - und natürlich die alljährlich gesetzten Favoriten sowieso. Auch im Herbst und Winter ist man vor dem Chili-Fieber nie wirklich sicher.

Heute hat es mich für einmal erwischt, als wir die Oliven vom lokalen Antipasti-Anbieter eigentlich aufgegessen hatten, aber da dümpelten ganz unten noch zwei so kleine, tröpfchenförmige gelbe "Dingens" im Öl. 

Hm, sind das etwa Chilis? Kann sein... Probier mal! Nomnom - mh, ja, noch gut, recht mild aromatisch... Stoooop! Sind da Sämchen drin? Ja, ein paar wohl... spuck - gerettet. Schnell auf ein Blatt Küchenpapier gelegt und angeschrieben. Die erste Chili-Sorte (unbekannterweise) für die nächste Saison steht nun also auf der Liste.

Wer hier schon öfters mitgelesen hat, weiss: ich habe nur einen sehr kleinen - und erst noch gegen Norden oft im Schatten liegenden - Garten. Vor dem Haus kann ich ein paar Töpfe in die Sonne stellen, doch der Platz ist sehr begrenzt. 

Wenn ich in spezialisierten Facebook-Gruppen lese: "ach, die Auswahl fällt mir so schwer, dieses Jahr habe ich nur 80 Plätze zur Verfügung..." kommen mir beinahe die Tränen. Ehrlich gesagt, hätte ich aber wohl auch nicht wirklich Zeit für viel mehr als meine ca. 10 Chili- und ca. 10 Tomanten-Pflanzen, die ich hier dicht gedrängt unterbringen kann.

Jedes Jahr organisiere ich wieder, um möglichst vielen meiner Tomaten und Chili-Pflanzen irgendwie doch noch ein sonniges Plätzchen zu geben. Ich muss mich also regelmässig ziemlich zurückhalten beim Ansäen und verschenke immer einen Teil meiner selbst gezogenen Jungpflanzen.

Dieses Jahr war meine Ernte leider nicht sehr erfolgreich. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich von meinen verschenkten Pflänzchen, die anderswo erfolgreicher gewachsen sind, Chilis zurück erhalten habe. 

Wie sieht es bei euch aus mit dem Chili-Fieber? Kennt ihr das auch? Oder mögt ihr lieber Tomaten? Vielleicht könnt ihr euch ja bei ganz anderen Pflanzen nie zurückhalten?

Wenn ihr mehr über meinen Oktober lesen mögt, findet ihr weitere Themen hier: Monatscollage Oktober 2021

Gerne zeige ich mein Chili-Fieber auch beim Herbstglück

Liebe Grüsse, Miuh


Monatscollage Oktober 2021

In Gedanken bin ich erst gerade knapp im Herbst angekommen. Trotz kühleren Temperaturen gehe ich noch immer gerne nur im Pullover oder gar T-Shirt raus, wenn die Sonne wärmt und geniesse das besondere Licht und die bunten Blätter überall. Dennoch: der Oktober ist praktisch vorbei, die Nächte sind nicht nur kühler, sondern kalt, die Tage kürzer und alle Pflanzen, die jetzt noch draussen sind müssen entweder frosthart sein, oder werden so langsam aber sicher verloren gegeben...


Mein Oktober 2021

Gebloggt

Endlich war ich wieder einmal aktiver sowohl auf meinen beiden eigenen Blogs als auch beim Lesen. Ich freue mich sehr, konnte ich mir die Zeit dafür nehmen. Die beiden entstandenen Beiträge sind:

Oman Roadtrip: Wadi Bani Khalid - Traumhafte Oase der Berge
Alpabfahrt und wieder einmal etwas von mir
 


Tierisches
 
Den noch viel zu dünnen Igel, der kürzlich gar am Tag bei uns im Garten auftauchte, versuche ich noch winterfit zu machen. 
 

Wie eigentlich jeden Herbst hat uns (mindestens) ein Admiral - Schmetterling besucht. Genau wie viele andere Insekten auch, liebt er die Efeu-Blüten hier.
 

 
Nostalgisch
 
Wieder einmal in der alten Heimat unterwegs habe ich während eines Spazierganges geschaut, was neu und was noch immer "beim alten" ist? Einige Häuser sind neu, viele Leute kenne ich nicht mehr, die Natur aber ist geblieben - mehr noch: ein Bach wurde mit Steinen und Verbreiterungen "renaturiert". Sehr gut!
 

 
Garten

Den Garten winterfit zu machen, heisst für mich nicht, alles blitzblank wegzuräumen, im Gegenteil. Igel, Molche, Spitzmäuse, viele Vögel, Spinnen, Käfer, Wildbienen und jede Menge andere Insekten danken es uns und es ist immer wieder eine Freude, wie viele Tiere in unserem kleinen Gärtchen leben. Vor einiger Zeit haben wir angefangen, alles anfallende Holz-Schnittgut zu einer Totholz-Hecke aufzuschichten. Ich bin begeistert, wie sie sich entwickelt und gespannt, wie es weiter geht: wird die Hecke wachsen, oder schneller verrotten und zusammenfallen, wie wir daran bauen können?
 

Die Rosen blühen nochmals wunderschön: nicht so üppig wie im Frühsommer, dafür schätzen wir jetzt jede leuchtende Blüte nochmals sehr.
 

Und sonst... die Blätter fallen. Nach dem ersten Frost kann man jeweils zuschauen, wie die Feldahorn-Bäume innert weniger Tage ihre Farbe von ganz grün auf leuchtend gelb ändern und die Blätter kurz darauf, oft noch etwas beschleunigt durch einen Herbsturm abwerfen.
 

 
Himmel

Nie scheint mir der Himmel so blau, wie über den herbstgelben Blättern unseres Feldahorns (oder über den Sandsteinbauten der Toscana). Gerne zeige ich meinen Blick in den (Ende-) Oktoberhimmel auch bei der Galeria Himmelsblick.



Chili-Ernte

Eine wunderschöne, vielfältige, bunte Chili-Ernte... nur leider nicht in meinem Garten gewachsen. Einige Chilis sind bei uns zwar bereits reif, andere jedoch fangen erst gerade an, Farbe zu anzunehmen oder Früchte anzusetzen und die Pflanzen sind eher klein geblieben. Hier war 2021 weder ein Chili-noch ein Tomaten-Jahr. Immerhin: die Setzlinge all dieser gezeigten Chilis habe ich selbst mit viel Fürsorge gezogen und "überzählige" an liebe Menschen verschenkt. In Form dieser (teil-)Ernte sind sie nun wieder zu mir zurückgekehrt. Win-win! Mehr über mein "Chili-Fieber" könnt ihr hier erfahren.
 


Gerne zeige ich die Oktober-Monatscollage bei Birgitt und schaue, was Andere dort so über den Oktober erzählen. Die Chilis und all meine anderen Oktober-Freuden zeige ich auch beim Herbstglück und beim Freutag
 
Und wie war euer Oktober?

Liebe Grüsse
Miuh


Mittwoch, 20. Oktober 2021

Alpabfahrt und wieder einmal etwas von mir

Ihr Lieben... in den letzten Tagen hatte ich wieder einmal Zeit, um Blogbeiträge zu lesen, zu stöbern, Kommentare zu schreiben und auch einen Blick auf meine eigenen Blogs hier sowie bei den Geheimtippreisen zu werfen. Es hat mich gerührt, dass ich ein wenig vermisst worden war und ebenso, dass ich gleich wieder mitten drin war. Ein schönes "nach Hause kommen"!

Ja, ich war wenig aktiv hier in den letzten gut 1.5 Jahren. Der eine Grund ist, dass ich mit der Technik des letzten Blogger - Updates noch nicht perfekt klar komme (und mir die Zeit und Geduld gefehlt hat, mich richtig einzuarbeiten).

Der viel wichtigere Grund ist jedoch, dass mir ganz einfach die Zeit gefehlt hat, die Zeit, mich in Ruhe hinzusetzen, Blogbeiträge zu lesen, Texte zu schreiben, zu recherchieren, Fotos von der Speicherkarte herunterzuladen - ja oft sogar nur schon Fotos aufzunehmen! Mein Leben wurde, zum Glück ganz im positiven Sinne, ein wenig auf den Kopf gestellt in den letzten Monaten.

Wie an so vielem ist auch hier natürlich unter Anderem "Corona" ein bisschen mit schuld! ;-) Man könnte meinen, durch das Homeoffice und die anfänglichen Reise-Stopps, welche auch mich betroffen haben, sei ganz viel Zeit frei geworden? Irgendwie habe ich es aber nie geschafft, Bananenbrot zu backen oder mich zu langweilen. Anfangs war die Arbeitswelt extrem fordernd (ja, auch zu Hause!) und später habe ich für mich irgendwie eine neue, zwar glückliche aber doch auch (Frei-)zeitintensive und aktive Art der Work-Life-Balance gefunden - inklusive ganz viel (romantisches) Landleben immerhin.

Nun aber genug Blabla!

Ende September durfte ich zum dritten Mal in Folge als Zuschauerin dabei sein bei einer Alpabfahrt im Emmental, genauer gesagt, von der Ahorn Alp hinunter. 

Es ist keine der grossen, bekannten Alpabfahrten, welche normalerweise von Busladungen voller Touristen besucht werden. Die Tiere sind nicht für die Touristen, für die Fotos geschmückt, sondern aus Stolz, aus Freude, zu Ehren der Alphirten und des speziellen Tages.

Dennoch ist es auch hier immer ein Gänsehautmoment, wenn man die Kuhglocken von Ferne lauter werden hört, bis dann die ganze Herde um die Kurve kommt und die Strasse hinunter trabt. Im Dorf angekommen, werden die Rinder gestoppt, drängen wild zurück, zur Seite und wieder vor und beruhigen sich schliesslich langsam. Dann suchen die Bauern ihre Tiere anhand von Fellzeichnungen und Nummern heraus, binden sie an der Seite an und nehmen sie anschliessend nach gut 100 Tagen auf der Alp wieder mit nach Hause. Ein schöner Tag!


Immer wieder bin ich erstaunt, wie grün es im Oktober - ja, bei mildem Wetter auch im November und sogar im Dezemer - noch ist. Das folgende Foto habe ich beinahe auf den Tag genau vor einem Jahr aufgenommen. 

Solange die Kühe auf den Weiden noch saftiges Gras finden wird die Chance genutzt und das wertvolle Heu, welches als Winterfutter eingelagert wurde, muss noch nicht angetastet werden.

 


Wie kürzlich woanders schon erwähnt, ist es jeweils das schöne Licht, welches mich im Herbst damit versöhnt, dass der Sommer nun wirklich vorbei ist und mich ein wenig über diese Tatsache hinwegtröstet. Gerade in dieser Zeit locken so viele stimmungsvolle Fotosujets! Ich sollte also gerade jetzt dringend die Kamera wieder öfters nutzen.

Für die Nächste Zeit habe ich mir vorgenommen, mich hier öfters wieder zu melden und sei es nur mit einem Foto oder aktuellen Gedanken - es muss ja auch nicht immer eine riesige (Foto-) Story sein!

Liebe Grüsse und hoffentlich bis bald
Miuh

P.S.gerne zeige ich die Blumen-Dekoration der Alp-Abfahrt gerne auch bei Holunderblütchen's Friday Flowerday und die Oktober-Kühe beim DND Natur Donnerstag.

Donnerstag, 3. Dezember 2020

Kirschblüten zu Weihnachten - der Barbara-Zweig

Kirschblüten zu Weihnachten? Eine spezielle und wunderschöne Vorstellung!

Ein alter Brauch besagt, dass man am 4. Dezember (dem Tag der heiligen Barbara) einen oder mehrere Kirschzweige (oder auch Zweige anderer Bäume) schneiden und in der warmen Wohnung in frisches Wasser stellen soll. So werden sie (natürlich auch etwas abhängig von der Temperatur im Haus) zu Weihnachten blühen. Mehr zum Hintergrund der Geschichte gibt es HIER bei Wikipedia.



Frische, duftende, weisse Kirschblüten und dazu etwas helles Grün an Weihnachten? Das fasziniert mich seit Jahren und wann immer ich am 4.12. (oder generell Anfangs Dezember) an Zweige herankomme, versuche ich es.

 


Da diesen Spätherbst unser Kirschbaum geschnitten wurde, habe ich nun Kirschzweige aller Grössen im Überfluss: die schon länger geschnittenen Äste und Zweige habe ich einfach draussen im Garten liegen gelassen und hole sie ins Haus, sobald sie anfangen sollen, zu treiben. Dass sie draussen bleiben, schadet gar nicht - im Gegenteil, man sagt sogar, die Zweige sollten mindestens einen Frost erlebt haben, dass sie auch wirklich austreiben.

 


Tatsächlich: nach ca. 2 Wochen darf ich nun bereits die ersten Kirschblüten bewundern. Sie bringen etwas Leichtigkeit ins Haus und einige Frühlingsgefühle in die dunkle Jahreszeit. 

 


Die Kirschblüten sehen alleine gut aus - ich habe sie in einer Glasvase in unseren Champagnerkübel gestellt. Gerne zeige ich dieses Bild auch beim Friday-Flowerday!

Bestimmt lassen sich die Kirschblüten an Weihnachten auch mit einigen frischen Tanenzweigen schön kombinieren. Und die Zweige könnten sich auch als Mitbringsel oder Geschenkidee zu Weihnachten eignen.

 


Für meine Fotos hatte ich heute das Glück, dass ich tatsächlich Schnee, schöne Tannenzweige und etwas Sonnenlicht zur Verfügung hatte - ein Traum!

 In den nächsten Tagen werden sich hoffentlich noch viele weitere Knospen öffnen - das Blühen der Kirschzweige hat erst gerade begonnen! Weiteren Nachschub habe ich auch bereits eingestellt und die "richtigen" Barbarazweige nehme ich erst morgen, am 4. Dezember ins Haus. Ich freue mich!

 


Kennt Ihr den Brauch der Barbarazweige schon und werdet Ihr sie Euch auch ins Haus holen? Oder gefallen Euch andere Traditionen besser?

Liebe vorweihnachtliche Grüsse, Miuh




Samstag, 4. April 2020

Zöpfli, Häschen und noch einiges mehr...

Ostern ist nahe und auch wenn das Osterfest dieses Jahr bei vielen etwas anders ausfällt als sonst, dürfen wir es uns doch fein machen! Was passt da besser, als süsse kleine Häschen oder andere kleine Tierchen aus Zopfteig, die wir zum essen gern haben? Ob gleich zum Frühstück, zum Brunch oder für Nachmittags - die Zopftierchen passen immer! Ausserdem zeige ich Euch hier mein liebstes Zopf-Rezept und die einfache Anleitung, um kleine Zöpfli zu backen, die das ganze Jahr über super ankommen!




Naaaa, wer kann da auch nicht widerstehen? Begleitet ihr mich dabei, wie ich meinen Klassiker backe, mit dem man ausser Zöpfchen zu jeder Jahreszeit und zu jedem Fest etwas passendes zaubern kann...? Nach dem Grundrezept zeige ich euch gleich einige Varianten:




Die Schüssel habe ich damals noch von meiner Grossmutter erhalten, als sie ihren Haushalt auflösen musste. Eine wunderschöne Erinnerung an sie, auf die ich sehr Acht gebe! Alte Gegenstände mit Geschichte liebe ich sehr - umso mehr, wenn es meine eigene Familiengeschichte ist.

Unterdessen lasse ich allerdings oft meinen Teig von der Küchenmaschine kneten - bequem ist das schon, wenn auch nicht so nostalgisch...


Zopfteig - Rezept


1kg Zopfmehl
2 Kaffeelöffel Zucker
3 Kaffeelöffel Salz
1-2 Päckli Trockenhefe (je für 500gr Mehl) oder ca 1/2 - 1 Würfel frische Hefe in etwas lauwarmer Milch aufgelöst

... in einer genügend grossen Schüssel mit einem Löffel gut vermischen und eine Vertiefung formen

5dl Milch (leicht erwärmt)
120gr Butter (vorsichtig geschmolzen, ev. gleich in der Milch mit erwärmen)

... in die Vertiefung leeren und alles gut zu einem glatten Teig kneten. Falls der Teig zu trocken oder zu klebrig ist, noch ein kleines Bisschen Wasser hinzutröpfeln oder ein wenig Mehl darüberstäuben und weiter kneten, bis der Zopfteig schön geschmeideig wird!

Den Teig mit einem leicht feuchten Tuch zugedeckt an der Wärme für mindestens 1 Stunde etwa um das doppelte aufgehen lassen. Normalerweise teile ich anschliessend die ca. 1.5 Kilo Zopfteig in Stückchen von ca 80  bis 120 Gramm (alle etwa gleich gross!), rolle ihn unter den Händen zu langen Teig-Würsten und flechte daraus kleine Zöpfli. Oder ihr formt daraus zwei grosse Zöpfe à je 750gr. Diese sollen nochmals mindestens 1/2 bis 1 Stunde aufgehen können, bevor sie später in den Ofen kommen.

Wichtig: Zeit! Mit den Jahren habe ich gelernt, wie entscheidend viel Zeit für den Zopfteig und damit für die feinsten, luftigsten und schönsten Backwaren ist: Lieber lasse ich nun den Teig um die 6 Stunden ruhen, bevor ich ihn weiter verarbeite und anschliessend nochmals 1-2 Stunden aufgehen, bevor gebacken wird. Je mehr Zeit ihr habt, desto weniger Hefe braucht ihr auch!
Wieso also nicht spät Abends den Teig noch vorbereiten, über Nacht aufgehen lassen und am nächsten Morgen frisch backen? Momentan ist das meine liebste Variante für das Wochenende.  




Weiter geht's! Das flechten kleiner Zöpfchen geht ganz schnell und für mich viel einfacher als die grossen Zöpfe mit zwei Strängen. Hier die kurze, hoffentlich auch für euch einfache Anleitung:

Einen langen Teigstrang rollen, damit eine Schlaufe legen, das längere Ende rechts untendurch nehmen, das untere Schlaufenende nach rechts drehen und mit dem Ende von links unten her fixieren.

Auch für grössere Zöpfe nutze ich gerne diese Methode.




Mit Kaffeerahm / Kaffeesahne bestreichen für einen schönen Glanz später (andere nehmen dazu ein verklopftes, rohes Ei), dann das Blech mit den Zöpfchen in den kalten Ofen schieben. Oder: nochmals etwas aufgehen lassen und anschliessend im bereits vorgeheitzten Ofen backen.

Temperatur: 220C unter- und ober-Hitze
Blech-Höhe: Eher untere Ofenhälfte, aber nicht ganz unten
Backdauer: ca. 20-30 Minuten für kleine Zöpfchen oder Teig-Tierchen, eher 30-45 Minuten für grosse Zöpfe. Immer mal wieder kontrollieren!
Wann herausnehmen? Wenn die Oberfläche dunkel-golden glänzt (je nach eurer Vorliebe): eines vorsichtig mit dem Ofen-Handschuh herausnehmen und kurz mit dem Finger an der Unterfläche klopfen. Tönt es etwas hohl? Perfekt, dann ist alles durchgebacken und luftig.
Auskühlen lassen: Die Zöpfli oder Zopf-Tierchen so bald wie möglich einzeln auf ein Gitter legen, um sie auskühlen zu lassen. So bildet sich unten kein Kondenswasser, welches sie durchweichen könnte.




Alle Zöpfli, die wir nicht sofort aufessen mögen, friere ich ein und freue mich später, wenn ich sie Stück für Stück hervornehmen und auftauen kann.

So, nun aber wie versprochen zu all den anderen möglichen Formen, Tierchen und Oster-Dekorationen!

Für die Igel-Stacheln habe ich die Schere benutzt und damit kleine Spitzchen geschnitten. Der Schildkrötenpanzer wurde diagonal mit dem Messer leicht eingeritzt,  um das Muster zu erhalten und kleine Kügelchen für die Beine und das Köpfchen wurden angefügt:




Für das Nestchen habe ich einen langen, ganz dünnen Teigstrang gerollt und einmal um sich selbst geschlungen.

Ein Schoggibrötli / Schoko-Brötchen erhält ihr, wenn ihr ein halbes Schoggistängeli oder sonst ein Stück Schokolade in etwas Teig einarbeitet:





Das Vögelchen / Täubchen entsteht durch einen einfachen Knoten im Teigstrang, vorne etwas angespitzt für den Schnabel, hinten mit der Schere eingeschnitten.

Ein Häschen kann auf verschiedene Arten geformt werden, hier zum Beispiel durch einen Teig-Knoten mit aufgesetztem Kopf:




Ein Häschen könnt ihr aber auch mit einer kleinen Teig-Spirale als Körper und einem angesetzten Kopf formen...

Und die dritte Hasen-Variante ist eine kleine Teig-Kugel als Körper, ebenfalls mit einem oben draufgesetzten Kopf. Durch das Backen hat dieses kleine Häschen einen richtig süssen, fragenden Blick bekommen :-)

Apropos Blick - Für die Äuglein habe ich jeweils Sonnenblumenkerne genommen, natürlich gingen auch Rosinen, wenn ihr diese mögt.




Die kleinen Zopf-Hasen und natürlich auch die Taube oder das Teig-Nestchen eignen sich alle wunderbar als Tisch-Dekoration für den Ostertisch - auch wenn der dieses Jahr wohl etwas kleiner ausfallen wird.

Auch zusammen mit Kindern könnt ihr wunderbar kleine Zopf-Tierchen formen und backen - eine kreative Beschäftigung, bei der erst noch am Schluss jedes der Kleinen etwas selbst gemachtes zum Essen in der Hand hat.

Einige österliche Kombinationen, zum Beispiel für eine Tischdekoration, habe ich hier auch schon ausprobiert: Ein wenig Heu in ein Körbchen füllen und die Häschen, Täubchen oder anderen Zopf-Tierchen dazu. Vielleicht noch ein Ei, kleine Schoko-Eier oder andere Kleinigkeiten rundherum... Fertig, Ostern kann kommen!




Im Moment kann und soll ich, wie viele andere auch, nicht einfach raus und einkaufen gehen. So improvisieren wir bei allem, was wir basteln, dekorieren und bauen mit den Materialen, die wir noch hier zu Hause haben. Upcycling in bester Form! Einer meiner liebsten Sprüche: "kann man noch gebrauchen", hat sich dabei nun schon mehrfach als kleines Glück erwiesen. (Hihi, endlich!)

Anstatt einem Körbchen könnt ihr auch eine Schachtel aus Papier falten oder eine Schüssel nehmen und anstelle von Heu könnt ihr auch Stroh, Holzwolle, etwas Gras, Reisig, Moos oder ein Stück Stoff  hineinlegen. Vielleicht habt ihr auch noch einen Rest Band oder Geschänkbändel und könnt den Zopf-Häschen eine kleine Masche um den Hals binden?




Liebe Grüsse und viel Freude beim backen, Miuh


P.S. Auf meinem anderen Blog: Geheimtippreisen ist es momentan etwas ruhiger. Wenn ihr dennoch eine kleine Flucht von zu Hause wagen wollt, lade ich euch gerne ein, dort etwas herumzustöbern und meine Reiseberichte zu lesen. Aktuell habe ich auch einen Beitrag aufgeschaltet mit Ideen, wie ihr durch die Corona / Covid-19 Krise kommt, ohne rauszugehen. Selbst bin ich heute in die 5. Woche zu Hause gestartet...
https://geheimtippreisen.blogspot.ch/

Der Beitrag: Zöpchen, Häschen und noch einiges mehr ist ursprünglich am 01.03.2014 veröffentlicht worden und nun überarbeitet, mit aktualisierten Fotos und Texten neu erschienen.

Samstag, 22. Juni 2019

Schnittlauchblütenbutter Rezept - einfach und fein!

Kräuterbutter liebe ich sehr! So kann ich die Würze des Sommers aus dem eigenen Garten konservieren und mir auch im Winter manchmal noch die Vielfalt aromatischer Kräuter auf den Teller holen. Macht ihr auch manchmal selbst Kräuterbutter?




Eine besonders rassige und hübsch dekorative Variante ist die Schnittlauchblütenbutter - und einfach herzustellen ist sie noch dazu! Zarte lilafarbene Blütenblättchen und einige gelbe Farbtupfer der Zitronenschale wirken sommerlich verspielt, doch der Geschmack hat es in sich: er ist kräftig schnittlauchig! So macht sich eure Schnittlauchblütenbutter wunderbar auf dem Buffet jeder Sommerparty oder direkt auf frischem, noch leicht warmem Brot.




Normalerweise knipse ich die Blüten des Schnittlauchs nicht ab, wie es manchmal empfohlen wird, um das Aroma der Schnittlauchröhrchen zu erhalten. Bienen und andere Insekten lieben die Blüten sehr und es ist mir eine Freude, ihnen zuzuschauen!




Nur wenn ich die Blüten esse, pflücke ich mir einige davon: Schnittlauchblüten sind eine wunderbare, würzige, lila-farbene Dekoration für Salate und andere Gerichte.




Nun aber wie versprochen hier das Rezept für die feine Schnittlauchblütenbutter - es ist einfach nachzumachen und passt perfekt zum Sommer:




Rezept für Schnittlauchblütenbutter

Für meine Schnittlauchblütenbutter habe ich folgende Zutaten gebraucht:

200gr weiche Bio-Butter (eine Stunde vorher aus dem Kühlschrank nehmen)
20 mittelgrosse, frische Schnittlauchblüten (kleingeschnitten)
Feiner Schalen-Abrieb von 1/2 - 1 Zitrone
Einige Prisen Salz (Vorsicht damit, nachsalzen geht immer...)

Alles in einer Schüssel mit einer Gabel gut vermischen, zwischendurch probieren und ev. nachwürzen - fertig!

Natürlich ist es auch möglich, die Menge nach euren Bedürftnissen anzupassen.





Anschliessend könnt ihr die Schnittlauchblütenbutter frisch verwenden, in den Kühlschrank stellen für die baldige Verwendung, oder in beliebiger Form (Rollen, Eiswürfelbehälter, kleine Schälchen, Silikonförmchen,...) einfrieren für den späteren, portionenweisen Verbrauch.




En Guete und liebe Grüsse
Miuh