Sonntag, 2. März 2014

Nachtkerzen - zum essen! ...ein Versuch

Nachtkerzen mag ich im Sommer sehr! Abends entfalten sich die Knospen langsam, aber doch genügend schnell (innerhalb ca 1 Minute) um zuzuschauen, wenn man etwas Geduld hat... Ich liebe es, immer wieder bei diesem Wunder der Natur dabei zu sein und erinnere mich beim anschauen der Fotos gleich wieder an den wunderbaren Duft (und an die Mücken, die jeweils scharenweise versuchen, mich zu stechen wenn ich so schön andächtig still stehe, schaue und fotografiere).

Nun haben sich die zweijährigen Pflanzen aber ziemlich versamt und vermehrt und sind diesen Herbst sogar in unserer Badewanne im Garten - wo ich nächsten Sommer eigentlich wieder Zughetti (Zucchini) pflanzen möchte... - recht zahlreich gewachsen.

Einfach so ausreissen und wegwerfen mag ich nicht... und da ich gelesen hatte, dass man Nachtkerzenwurzeln im ersten Jahr zwischen Herbst und Frühling (bevor sie dann in die Höhe wachsen oder sogar blühen!) essen kann, war ich nun bereit für einen Versuch! Gemäss Wikipedia (hier, etwas weiter unten: "Verwendung als Nahrungsmittel") wird erklärt, dass man früher sogar sagte, dass "ein Pfund der Nachtkerzenwurzel so viel Kraft gebe wie ein Zentner Ochsenfleisch". Und Kraft kann ich immer brauchen :-)
So habe ich heute eine Wurzel aus der Erde gezogen und mit in die Küche genommen. Nach verschiedenen Quellen im Internet soll man sie etwa so behandeln wie Schwarzwurzeln. (Ups, auch die habe ich noch nie gegessen...)
Also: gut  waschen und von der Erde reinigen, die Haut etwas abschaben und in Stückchen schneiden. Bald spürt man so auch den etwas schleimigen Saft der Pflanze. Da die Wurzel an der Luft anlaufen würde, soll man sie gleich in etwas Essigwasser einlegen.
Anschliessend habe ich die Stückchen kurz blanchiert (wäre nicht unbedingt nötig), gut abgetropft, abgetrocknet und dann in Butter angebraten.
Andere Rezepte empfehlen, die Wurzel in Bouillon oder Salzwasser zu kochen, oder roh z.B. gerieben zu Karrottensalat zu geben.

Serviert habe ich die Nachtkerzen-Wurzel nur mit etwas "Murray River Salt" bestreut. (Fleur de Sel oder fein gemahlenes Meersalz geht natürlich genau so gut!)
Der Geschmack ist für mich schwierig zu beschreiben... ziemlich mild, man sagt, ähnlich wie Schwarzwurzel...  Auf jeden Fall schmeckt es ganz leicht erdig - wie z.B. Randen (rote Beete), aber ohne den charakteristischen, starken Geschmack. Was auch auffällt ist, dass die Zunge und der Hals davon leicht kratzig werden, wie zum Beispiel von etwas "rauhem" Olivenöl oder von Ananas. Ein anderes Mal würde ich deshalb die Nachtkerzen-Wurzeln wahrscheinlich mit einem anderen Gemüse kombinieren (z.B. als Ofengemüse...) und mit etwas Basilikum-Pesto oder einer anderen Sauce geniessen.

Erst ganz spät kam mir in den Sinn, dass ich ja im Buch "Meine wilde Pflanzenküche" von Meret Bissegger (AT Verlag) nachschauen könnte, ob / was über die Nachtkerzen-Wurzeln geschrieben wurde... zum Glück etwa das, wie ich die Wurzeln auch zubereitet hatte!

Anschliessend habe ich wieder einmal das ganze Buch durchgeblättert... es ist eine wunderbare Inspiration für mich, gerade jetzt im beginnenden Frühling. Nun gibt es so viele spriessende Kräuter und andere Wildpflanzen, die man sammeln und essen könnte.

Ich muss ja zugeben, das Meiste davon werde ich wohl nie zubereiten, weil ich momentan viele Pflanzen noch zu wenig kenne... und auch weil ich etwas heikel und ein kleiner "Schisshas" bin ;-)

Liebe Wildpflanzen-Grüsse, Miuh

https://geheimtippreisen.blogspot.ch/


Kommentare:

  1. Liebe Miuh,
    schön, dass Du für die Nachtkerzenfotos trotz Mücken stilgehalten hast!
    In den Genuss der Wurzeln werde ich wohl leider nie kommen, da sie gelb blühen, und bei meiner Mutter im Garten auch schnell zu Schneckenfutter werden, so dass es wohl nie genug davon geben wird. Aber Dein Experiment klingt spannend. Und Schwarzwurzeln mag ich sehr gerne. Vielleicht gibt es sie ja irgendwann später einmal zu kaufen …
    LG Silke

    AntwortenLöschen
  2. Oh diese Kraft wäre mir auch willkommen.... und in solch leckerer Form erst recht!
    Ich habe jedoch leider in meinem jetzigen Garten noch keine Nachtkerzen ansiedeln können....
    mach aber hie und da eine Nachtkerzenölkur - tut meiner Haut gut ...
    Herzliche Grüsse und hab eine feine Frühlingswoche
    Brigitte

    AntwortenLöschen
  3. Interessantes Experiment. Ich wußte bis jetzt noch gar nicht, daß man Nachtkerzenwurzel essen kann, mit Wurzeln bin ich noch nicht so auf Du und Du. Ich nasch immer nur gerne die Blüten, die schmecken herrlich süßlich und mild, ganz lecker. Das finden allerdings die kleinen schwarzen Lackkäfer auch und naschen gern in den Blüten. Hast Du denn was vor der gigantischen Kraft gespürt?

    LG Petra K.

    AntwortenLöschen