Sonntag, 26. Januar 2014

12tel Blick: Hügelblick und Gartenblick im Januar

Wie im letzten Post schon erwähnt, habe ich mich entschlossen, dieses Jahr auch beim 12tel Blick - Projekt von Tabea Heinicker mitzumachen. Nachdem ich im letzten Jahr über die Monate hinweg schon viele spannende Bilderserien gesehen habe, hat es mich immer wieder in den Fingern gejuckt - und jetzt, im Januar, passt der Zeitpunkt zum mit einsteigen genau :-)

Bei mir wird es zwei 12-tel Blicke geben, die ich verfolge. Bei beiden habe ich darauf geachtet, dass es einerseits (Aus-)Blicke sind, die mir persönlich etwas bedeuten und dass die Orte andernseits ganzjärig gut erreichbar sind und ich immer wieder daran vorbeikomme:

Bei diesem 12tel Blick, den ich "Hügelblick" nenne... steht für mich der Nussbaum mit Sitzbank (beide eher klein, ganz im Hintergrund zu erkennen) im Mittelpunkt. Wir spazieren immer mal wieder daran vorbei oder sitzen auf die Bank daneben und diskutieren. Momentan sieht die Wiese mit den Bäumen eher grau-nebelweiss-schwarz aus. (Genau so, wie es halt im Januar hier oft war...) Durch die verschiedenen Bäume und die Wiese (im Sommer oft mit Schafen :-) ) erhoffe ich mir übers Jahr hinweg dennoch viel Farbe und Veränderungen!

Aufgenommen habe ich das Bild ohne Zoom, mit dem Sucher (Bildmitte) genau auf den Nussbaum gerichtet, den linken Baum halb und den oberen Ast gerade noch so im Bild vom Anfang eines kleinen Wegleins aus. - Hoffentlich werde ich das auch in den nächsten Monaten so hinbekommen! ;-)

Meinen zweiten 12tel Blick nenne ich "Gartenblick". Aufgenommen wird er von unserem Wohnzimmerfenster aus, rechts soll der Stamm des Perrückenbaums gerade noch darauf sein, links ein Stück der Badewanne und oben der Ast bis zu einem charakteristischen "Knick". Mal schauen, ob ich diese Anhaltspunkte dann auch im Sommer mit viel Laub noch finde...
Auf diesen Ausblick freue ich mich ganz besonders - auch wenn das Foto im Moment nicht allzu attraktiv aussieht - denn ich hoffe, dass es in diesem Jahr in unserem Garten schön bunt, oder zumindest  so richtig grün wird...

Ausserdem ist das heute eine Gelegenheit, Euch einmal unser kleines, kleines Gärtchen persönlich vorzustellen :-)
Nun, mit dem winterlichen Durchblick durch Rosen, Sträucher und Bäume seht Ihr teilweise noch mehr als später, also:

Der linke Teil ist Wiese (Rasen kann man dazu nicht mehr sagen, aber mir gefällt es so besser...). Das Stück ist auch nicht riesig, aber es reicht, um darauf im Sommer zwei Liegebetten oder zwei Festbänke aufzustellen, das passt also. Momentan stehen (kaum sichtbar) noch die beiden Rentiere unserer Weihnachtsbeleuchtung darin.

Rechts davon (mit den Tritt-Platten hindurch) ist das eigentliche Gärtchen, ca. 2 auf 4.5 Meter klein, darin wetteifern im Sommer Salate (mit meiner Hilfe), Schnecken, Beikräuter und versamte Blumen (z.B. Akelei) die ich schon gerne, aber lieber woanders hätte...

Gleich dahinter befindet sich der Topfgarten: verschieden grosse Behälter mit Komposterde, in denen ich (mangels sonstigem Platz) auch Gurken, Zucchini, Rucolasalat, Peperoni (Paprika), Artischocken,... ziehen möchte. Leider ist letztes Jahr alles im bis anfang Juni nasskalten und teilweise frostigen Wetter eingegangen.

Dahinter kaum zu erkennen ist unser rundes, mit Pflastersteinen ausgelegtes Sitzplätzchen, das wir im Sommer gerne nutzen.

Noch etwas mehr im Hintergrund, vor und hinter dem Holzpfahl-Zaun, stehen einige Bergahorn-Bäume. Der Boden ist dort eher "waldig" und im Jahresverlauf kann man besonders viele Veränderungen der Vegetation beobachten: Winterlinge, Krokusse, Tulpen, Waldmeister, Akeleien, Efeu, Walderdbeeren, Brombeeren, Gräser, Malven, Glockenblumen, ... Mein Ziel ist, dass dort auch die etwas wilderen Pflanzen einen Platz finden.

Ganz am linken Bildrand steht wie schon erwähnt die Badewanne... Wir haben sie von den Vorbesitzern übernommen und lange überlegt, was wir damit anstellen sollen. (Vorschlag vom Mann und Kollegen: mit Eis und Bier füllen ;-) ) Schlussendlich dient sie nun als eine Art Hochbeet und hat im Frühling den Nüsslisalat (Feldsalat) und diesen Sommer unsere einzigen überlebenden Zucchinipflanzen beherbergt.

So, genug geschrieben... Nun bleibt mir, Euch all die anderen 12tel Blicke bei Tabea ans Herz zu legen!
Nächstes Mal gibt es bestimmt wieder mehr Fotos! Liebe Grüsse, Miuh

Samstag, 25. Januar 2014

Schneeschäumchen

Ab gestern über heute Nacht ist nun auch hier der Regen in Schnee übergegangen und hat ein ganz feines Schneeschäumchen auf der Landschaft hinterlassen.
Heute Morgen lag dann die Nebelgrenze wieder einmal genau in unserer Region und der Nebel umspielte die wie mit Puderzucker bestäubten Landschaften stimmungsvoll.
Mit dem bloggen und wieder vermehrt fotografieren habe ich auch bemerkt, dass man nicht immer nur die aufsehenerregendsten Motive und Orte besuchen muss für schöne Fotos... die schönen Motive findet man automatisch, auch schon ein paar Schritte von der Wohnung entfernt - wenn man nur hinausgeht und sich umsieht!
Das hat mich nun auch endgültig dazu motiviert, dieses Jahr an Tabea Heinicker's 12tel-Blick - Projekt teilzunehmen... Ich habe heute meine Orte dafür ausgesucht und werde sie Euch nächstens zeigen und davon berichten.

Unterwegs habe ich auch schon viele Hinweise auf neues Leben gefunden... Blütenknospen, die schon (fast) aufbrechen, mein Schnittlauch, der bereits wieder austreibt und die versamten Hornveilchen, die den bisher milden Winter fleissig zum blühen nutzen...
Liebe Grüsse, und ich hoffe, dass Ihr Euch über die Natur-Schönheiten in Eurer Umgebung ebenso freuen könnt, wie ich... ob es nun winterliche oder schon fast frühlingshafte sind! Miuh

Montag, 20. Januar 2014

Saatgut

Letzte Woche kamen die ersten Saatgut-Prospekte hier an und bestärkten mich darin, was ich mir für dieses Jahr vorgenommen hatte: im Januar zu planen, auslesen und bestellen, was ich dieses Jahr säen, aufziehen und auspflanzen möchte. :-)

Die bunten Bilder der von Früchten und Blüten überquellenden Pflanzen sind wie immer sehr verlockend, aber: dieses Jahr möchte ich nicht neue Trends, F1 Hybriden mit "mehr Ertrag" oder "Harmonische Blütenmischungen" ansäen, sondern alte Sorten (z.B. von Pro Specie Rara) oder lokal angepasste und vermehrte Sämereien von einheimischen Produzenten.

Als ich im letzten Jahr von der neuen Saatgut-Gesetzgebung der EU las, war ich schlicht entsetzt: Gemäss der ersten Version befürchtete man sogar, es würde verboten werden, die Samen von eigenen Pflanzen abzulesen, wieder anzusäen oder zu tauschen. Organisationen, die alte Sorten erhalten und pflegen hätten nicht mehr weiterarbeiten dürfen und den kleinen (oft biologisch geführten) Betrieben wäre jegliche Existenzgrundlage entzogen worden. Nach Protesten wurden einige kleinen Ausnahmeregelungen in das Gesetz eingebaut, aber auch so werden in Zukunft einige wenige Grosskonzerne praktisch das Monopol auf fast alles Saatgut der Welt innehaben. Eine erschreckende Vorstellung für mich! Unterdessen ist die neue Saatgutverordnung auch politisch nicht mehr unumstritten, aber das Thema bleibt aktuell: Hier ein Artikel der EVB "Erklärung von Bern" über die aktuelle Verteilung des Saatgut-Marktes, der mich sehr beeindruckt -  vor allem die Tatsache, dass einige der grössten Saatgutanbieter gleichzeitig auch führend in der Pestizidentwicklung sind. Leider wird auch hier bei den Samenbriefchen vieler Anbieter nicht deklariert, woher das Saatgut kommt - oft eben von den grossen Saatgutkonzernen und alles andere als regional produziert. (Hier noch ein Artikel dazu)


Nun habe ich einige Anbieter von Saatgut zusammengesucht, welche selbst lokal angepasste Pflanzen züchten und Saatgut gewinnen:

In der Schweiz:
- www.sativa-rheinau.ch - Biologisches Saatgut, auch viele alte Sorten in Zusammenarbeit mit ProSpecieRara
- www.zollinger-samen.ch - Biologische Samengärtnerei, eigenständige Zucht für alle Sorten im hiesigen Klima
- www.prospecierara.ch - möchte die Vielfalt der (alten) Kulturpflanzen und Nutztiere retten, behüten und verbreiten
- www.tomandi.ch -  90% der Tomaten mit einer Z-Artikelnummer (Samen-Briefchen für 3.-) sind selbst vermehrt. Bei den anderen Sorten sind ca 1/2 selbst vermehrt, 1/4 von Biaugerme aus Frankreich, der Rest ist konventionell angebaut. (Nachfragen ist möglich, sehr freundlicher Kontakt!) 

In Deutschland:
- Eine Liste von vorwiegend Bio-Saatgutanbietern findet man bei: www.bund-naturschutz.de

In Österreich:
- www.reinsaat.at - Vertreibt Saatgut aus über 30 Bio-Saatgut-Produzenten aus Österreich und den Nachbarländern
- www.ochsenherz.at - Der Ochsenherz Gärtnerhof produziert Gemüse für einen Kreis von ca 200 Personen sowie (nicht gewinnorientiert) sortenfestes Saatgut

Falls Ihr noch Tipps und Links habt, wo man gutes, möglichst lokal gezogenes Saatgut beziehen kann, könnt Ihr einen Kommentar schreiben, ich werde die Liste gerne ergänzen!

Puh, das ist ja heute ein ungewöhnlich textlastiger und etwas politischer Beitrag... aber glaubt mir, ich freue mich unglaublich auf meine Saatgut-Bestellungen und danach natürlich auch darauf, dass die Pflänzchen hoffentlich gedeihen! Ich werde Euch auf dem Laufenden halten... Liebe Grüsse, Miuh


Donnerstag, 16. Januar 2014

(Klein) Matterhorn

Nachdem ich am Wochenende das Matterhorn genügend von Zermatt her bestaunt hatte, wagte ich mich in die Höhe. Auch für Nicht-Skifahrer wie mich :-) gibt es hier super Möglichkeiten, den höchsten Schweizer Bergen sehr nahe zu kommen:
Von der Talstaion aus (Halbtax mitnehmen, so ist das Ticket ein wenig günstiger...) fuhr ich mit einer der kleinen Gondeln hoch zur Station "Trockener Steg" auf 2939m Höhe. Ausserhalb der Station und des Restaurants gibt es hier eine Terrasse, von der man die Bergwelt und vor allem natürlich das markante Matterhorn rundherum bestaunen und fotografieren kann.
Der Wind pfiff mir eiskalt ins Gesicht und zog durch die Kappe an die Ohren. Auch meine Finger, die schutzlos den Fotoapparat hielten, fühlten sich nach kürzester Zeit an wie gefrorene Klumpen. brrrrrrr! Aber ich musste einfach fotografieren bei DER Sicht...
Nachdem ich mich etwas an die Höhe gewöhnt hatte (schon hier kann man durch die sauerstoffarme Luft Anzeichen der Höhenkrankheit bekommen: Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Atemnot...) bin ich mit der Grossraumgondel nochmals gut 880m höher "geschwebt". Wer auch Höhenangst hat wie ich, sollte übrigens ja nicht nach unten schauen und schon gar nicht daran denken, wie hoch über den Felsen man hier hängt...!
Bei der Bergstation Klein Matterhorn auf 3820m Höhe angekommen, führt ein Tunnel durch die ganze Bergspitze hindurch zum Start der Skipiste mit einer wunderbaren Aussicht auf die höchsten Berge rundherum, z.B. auf das Matterhorn, auf das Breithorn (der am einfachsten zu besteigende 4000-er) sowie weit in die Ferne und über das Nebelmeer. Auch das Berg-Restaurant auf dieser Seite bietet eine grandiose Panorama-Sicht.
Spätestens hier oben lohnt es sich, ganz ruhig einen Fuss vor den anderen zu setzten, tief und regelmässig zu atmen und ja nicht zu pressieren! Jede kleinste Anstrengung lässt einen leicht schwindlig fühlen und bringt das Herz zum rasen. Und  glaubt mir, ich habe in der kurzen Zeit genügend Leute gesehen, die gleich wieder zurück in die Gondel gestiegen sind, oder die sich unschön über's Geländer gebeugt haben, weil sie die Höhe nicht vertragen haben... Gut essen und viel (Wasser) trinken soll helfen, sonst kann man nicht viel machen ausser angewöhnen und z.B. am ersten Tag in Zermatt beleiben und erst am nächsten Tag in die Höhe fahren...

Dieses Mal hatte ich Glück und wurde von der Höhenkrankheit verschont... so konnte ich die weiteren Sehenswürdigkeiten des Klein Matterhorn entdecken:
 
Gleich neben dem Restaurant ist der Eingang zum "Gletscher-Palast" (kostet zusätzlich; am besten auch schon bei der Talstation lösen). Mit einem Lift konnte ich ein gutes Stück hinunterfahren, wo der Eingang zu einem Tunnelsystem durch den Gletscher anfängt. Es haben mich natürliche Gletscherspalten (für einmal von unten zu sehen...), Skulpturen, Höhlen und viele Gänge durch das Eis erwartet. Das war einfach nur beeindruckend!


Anschliessend habe ich das letzte Abenteuer in Angriff genommen, das man am Klein Matterhorn ohne Ski- oder Kletterausrüstung wagen kann: (Warme Schuhe und Kleider sind trotzdem ein Muss, Temperaturen von -5C im Sommer und -30C im Winter sind häufig!) Etwa in der Mitte des Tunnels, das quer durch die Bergspitze führt, kann man abzweigen und mit einem Lift noch weiter hochfahren.
Von dort waren es dann draussen nur noch wenige Treppenstufen, die ich hochgehen konnte (wieder: gaaaaanz langsam!), bis ich den obersten Gipfel des Klein Matterhorn auf 3883m Höhe erreichte. Die Aussicht war schlicht ein Wahnsinn und hat den schneidenden, eiskalten Wind, die kalten Ohren und die durchfrorenen Finger bei weitem wettgemacht!
Wie schon gesagt... eigentlich bin ich nicht sooo der Bergmensch, aber das Licht dort oben, die grandiose Aussicht (trotz nicht perfekt klarem Wetter) und das der Natur ausgesetzt sein, hat mich umgehauen! - Zum Glück nur im übertragenen Sinne... Liebe Gipfel-Grüsse an Euch alle, Miuh

Montag, 13. Januar 2014

Zermatt

Letztes Jahr war ich zum ersten Mal in Zermatt (hier kurz erwähnt) und war begeistert. Auch dieses Wochenende hatte ich nun wieder die Gelegenheit, das Bergdorf zu besuchen und habe es sehr genossen!

Das Dorf liegt auf 1610 Metern über Meer, besteht zum grössten Teil aus klassischen, wettergeschwärzten Holz-Chalets und ist autofrei.

Alle nötigen Transporte (Taxis, Lieferanten, Hotelgäste,...) werden mit Elektromobilen und einigen Pferdekutschen-Taxis erledigt - sogar ein Polizei-Elektromobil gibt es, aber das war immer schon vorbeigeflitzt, bis ich die Kamera bereit hatte...

Zermatt ist auch bekannt für sein lebendiges Nachtleben (z.B. die Broken Bar Disco und die Pink Live Music Bar im Unique Hotel Post - "Pöstli" genannt, oder der Schneewittli Nightclub) und für die schönen Konzertreihen "Zermatt Unplugged" jeweils im Frühling - aber am allermeisten verbindet man natürlich das Matterhorn und all die anderen Berge rundherum mit Zermatt.
Das "Horu" (wie die Einheimischen sagen) zieht einen schon beim Blick vom Dorf her immer wieder in seinen Bann und konnte mir mehrmals ein "wow" entlocken. (Mehr zur Bergwelt schreibe ich Euch im nächsten Post!)

Leider ist Zermatt (Die Anreise per Zug, Hotels, Essen, Bergbahnen,...) nicht wirklich günstig. Es lohnt sich also, das Halbtax-Abo einzupacken und die Hotels gut zu vergleichen.
 Dennoch würde ich einen Besuch in Zermatt unbedingt empfehlen! Das Dorf hat einen ganz speziellen Zauber, saubere, klare Luft, eine unglaublich beeindruckende Bergwelt, einen blaueren Himmel als anderswo, feine Restaurants, innovative Hotels, wilde Clubs und trotz der vielen Touristen eine wohltuende Ursprünglichkeit zu bieten.
Ups, das tönt jetzt wie ein Werbeprospekt ;-) Nein, ich bin einfach ganz überwältigt wieder nach Hause gekommen - und das, obwohl ich sonst nicht so ein Bergmensch bin und nicht einmal Skifahren kann...
Liebe Bergfloh-Grüsse, Miuh






















Sonntag, 5. Januar 2014

Dreikönigstag und Dreikönigskuchen


Am 6. Januar, dem Dreikönigstag / Epifania (klick für mehr Wiki-Hintergrundwissen dazu) gibt es bei uns einige schöne Bräuche. Zuerst einmal bleibt der Weihnachtsbaum hier bis nach dem 6. Januar stehen.
Einige zünden dann sogar die Kerzen am Baum nochmals an, ABER: Davon würde ich dringend abraten! Die oft schon etwas trockenen Bäume dünsten Harz aus, das explosionsartig brennen kann, hier (YouTube) ein Video davon. Auch ohne brennende Kerzen freue ich mich jeden Tag noch über unseren Weihnachtsbaum!

Teilweise gehen auch Sternsinger - meist als die drei Könige (Caspar, Melchior und Balthasar) aus dem Morgenland verkleidete Jugendliche - von Tür z Tür. Sie singen, sammeln Geld für einen guten Zweck und schreiben mit Kreide das segnende C+M+B und die Jahreszahl über die Haustür.

Am weitesten verbreitet ist aber der Dreikönigskuchen. Gemäss Schätzungen wurden im letzten Jahr schweizweit bis 1.5 Millionen davon verkauft - bei nur etwa 7 Millionen Einwohnern heisst das doch etwas!
Dabei ist vieles an der Produktion (auch bei den Grossverteilern) noch immer Handarbeit.
Die meisten Schweizer wissen es natürlich schon lange ;-) Für alle anderen: Der "Kuchen" ist aus süssem Hefeteig, oft mit Rosinen (wer sie mag) und aus mehreren im Kreis angeordneten Kugeln / Stücken zusammengesetzt. In einem der Stückchen ist ein "König" versteckt. Das kann ein kleines Plastikfigürchen sein, oder auch eine Mandel. Jeder in der Familie... oder im Verein... oder in der Firma... nimmt sich ein Stückchen und wer den König darin hat, darf für einen Tag selbst König sein und regieren. Meistens ist dafür auch gleich eine goldene Karton-Krone beigelegt.
Kinder lieben den Brauch natürlich sowieso, aber auch Erwachsene sind der Spannung - und dem Regieren wollen ;-) nicht abgeneigt.

Hier mein Rezept für den Dreikönigskuchen:

- 500 gr Zopfmehl
- 1.5 kl Salz
- 3-5 EL = ca. 50-80gr Zucker
- 1 Päckli Trockenhefe (für 500gr Mehl passend)
- ca. 4 EL oder 50-100gr Rosinen (wer mag! Bei mir sind keine drin...)

Alles trocken in einer grossen Schüssel gut vermischen und eine Vertiefung machen.

- 2.5 dl lauwarme Milch (später bei Bedarf vielleicht noch etwas mehr)
- 60 gr Butter: geschmolzen, aber nicht zu heiss!

Zusammen in die Vertiefung leeren und dann alles gut zu einem geschmeidigen Teig kneten.

Den Teig mit einem leicht feuchten Tuch zugedeckt an der Wärme 1-2 Stunden aufgehen lassen.

- 1 Mandel

Aus dem luftigen Teig Kugeln formen und Aaaachtung! :-) in eine der Kugeln die Mandel stecken, gut wieder verkneten und kugelig machen. Dann alle Teile auf ein mit Backpapier belegtes Blech aneinander gruppieren: bei mir hat es 11 Kugeln à ca. 85 gr gegeben, man könnte aber auch ein etwas grösseres Mittelteil machen und darum herum die Kugeln. (Je nach Anzahl Familienmitglieder oder Arbeitskollegen...)

Das Ganze nochmals kurz aufgehen lassen, dann mit etwas

- Ei oder Kaffeerahm

bestreichen und mit einer Mischung (etwa eine Handvoll) aus:

- Hagelzucker
- Mandelscheibchen (musste ich schnell selbst schnibbeln, da ich nicht mehr einkaufen war)

bestreuen.

Direkt in die untere Hälfte des kalten Ofens schieben (vorgeheizt ginge auch, einfach etwas kürzer...), auf 220 C unter- und ober- Hitze einstellen und in 20-30 Minuten (immer mal überprüfen) schön goldig backen.

Ich hoffe, der Königskuchen passt gerade auch heute gut zum "My Monday Mhhhhhh" von den Noz Glücksmomenten... vielleicht findet er ja dort noch ähnliche Freunde :-)
Viel Freude beim nachbacken oder sonst ausknobeln, wer morgen Euer König ist und liebe Grüsse, Miuh

P.S. nein, unser Kätzchen wurde nicht gequält für's Fotoshooting... dann wäre sie nämlich schnell weggewesen.


Samstag, 4. Januar 2014

Aufräumen und Aufbrauchen

Ganz zuerst: Herzlich Willkommen und ein grosses Danke an alle neuen und bisherigen Besucher, Abonnenten, Kommentarschreiber... ich habe mich unglaublich gefreut, dass Ihr hier auch über die Weihnachts- und Neujahrs-Zeit so aktiv wart!!

Nach Neujahr war ich teilweise alleine zu Hause, die Katzen auf dem Sofa waren mit sich selbst beschäftigt (wie viele Arten, süss zu schlafen gibt es eigentlich?) und das Wetter war auch eher düster und kalt.
 
Teilweise habe ich also 48 Stunden lang keinen Fuss vor die Tür gesetzt, praktisch die ganze Zeit im Pyjama verbracht und ständig etwas gefuttert. Aber irgendwie ein wenig sinnvoll wollte ich die Zeit dann doch verbringen.
 
So habe ich viele Zeitschriften durchgeblättert, aussortiert oder eingeordnet, Bastelsachen (vor Weihnachten alles hervorgeholt und überall im Kellerraum verteilt) wieder weggeräumt und allerlei andere kleine Sachen erledigt, für die sonst nie Zeit bleibt.
 
Kulinarisch habe ich mir zum Ziel gesetzt, den übervollen Kühlschrank wieder einmal etwas leerer werden zu lassen.
So gab es in letzter Zeit: Salat mit 4 beim Apéro übriggebliebenen Tomätchen, Peperoni (Paprika) - Suppe, Pasta mit Käse-Sauce (alle angeschnittenen Käsestücke verbraucht), Frisch gepressten Orangen-Mandarinen-Saft (All die Orangen, aus denen ich noch Orangenschalen-Anhänger machen wollte, Mandarinen-Sorbet wäre auch noch geplant gewesen...) Pralinés (die weniger schönen, die deshalb nicht verschenkt wurden), Pasta mit scharfer Tomatensauce, Guezli zum Zmorge (Plätzchen zum Frühstück)...
 
Nun habe ich noch Zucchini, aus denen ich vielleicht Zucchini-Carpaccio mache, einen Rotkohl, der wohl zu Kohlsalat wird, getrocknete Tomaten - da mache ich wunderbares Pesto Rosso daraus - und schwarze Oliven: ob ich mich einmal an einer Oliven-Tapenade versuchen soll?
 
Ihr seht, ich verhungere hier bestimmt nicht, auch wenn ich nicht neu eingekauft habe! :-) Beim Reste verbrauchen habe ich übrigens schon die besten Rezepte erfunden... die verschiedenen Zutaten zwingen einen ja manchmal zu viel Kreativität!

Liebe gemütlich futternde Grüsse, Miuh